Bei einem Rundgang um das Haus erfahren die Denkmalfreunde, dass der Bauherr die Villa nach seiner Ehefrau Helene benannt hatte und der Architekt Eugen Drollinger zahlreiche Motive der Renaissancearchitektur verarbeitet hat. Ein spezielles Merkmal sind die überstehenden Sparrendächer, die an italienische Stadtpaläste erinnern.
Während sich im Erdgeschoss die Nutzräume, wie etwa die Küche, befinden, wurde in der „Bel Etage“ in repräsentativen und vier Meter hohen Zimmern, wie etwa dem Damenzimmer im Rokkokostil, gelebt. Im Geschoss darüber befanden sich damals die Schlafzimmer, unterm Dach die Dienstbotenzimmer und das Mädchenzimmer, in dem die sechs Töchter des Hausherren untergebracht waren.
Heute, so erzählt Dorothea Hagen, ist die Villa in sechs Wohnungen und drei Einzelzimmer aufgeteilt. Die ehemaligen Ländereien hinter dem Haus wurden unter weiteren Erben aufgeteilt, andere haben ideelle Anteile am parkartigen Garten – alle Erben haben ein Baderecht.
Imposanter Bilderzyklus zeigt die Familiengeschichte
Organisiert ist die Erbengemeinschaft in einem Familienverein, der an fünf Wochenenden im Jahr in Haus und Garten arbeitet. Dass die Villa trotz aller Schwierigkeiten immer noch komplett in Familienhand ist, „ist ein Verdienst unserer Mütter“, sagt Dorothea Hagen.
Mittlerweile ist die immer größer werdende Gruppe am Nebeneingang der Villa angelangt, die Hausherrin öffnet die Türe und lässt die Besucher in die zwei Stockwerke umfassende Treppenhalle eintreten. Möbel und Teppiche aus vergangenen Zeiten, Bücher und Instrumente machen deutlich, dass die Familie hier noch heute zusammenkommt.
Unter dem Glasdach zeigt ein imposanter Bildzyklus Szenen aus der Familiengeschichte. Trotz der großen Besucherzahl öffnet Dorothea Hagen die Tür des ehemaligen Damenzimmers, lässt die begeisterten Besucher in das Foyer des Haupteingangs schauen und vom herrlichen Balkon über der „Bel Etage“ einen weiten Blick über den See zur Insel werfen.
Weitaus größer als die angemeldeten 15 Teilnehmer war auch die Zahl der Besucher des Wankel-Instituts, dessen Türen Frank Obrist geöffnet hatte. Stadtbaumeister Kay Koschka führte in das Leben des Erfinders Felix Wankel und in die Architektur des von ihm erbauten Forschungsinstituts ein. Und Frank Obrist spann den Bogen zur heutigen Zeit, in denen er mit seiner Firma das Gebäude wieder zu Forschungszwecken nutzt.