Wohnbebauung, Kita und Ferienbetreuung: Diese Themen stehen in Hergensweiler 2026 an

Bürgermeister Wolfgang Strohmaier informiert bei der Bürgerversammlung über die aktuellen Themen der Gemeinde.
Fotos: Ronja Straub/Susi Donner, Collage: Kolumna

Schon seit zwei Jahren hatte es in Hergensweiler keine Bürgerversammlung mehr gegeben – allerhöchste Zeit also, das nachzuholen. Bürgermeister Wolfgang Strohmaier informierte über die aktuellen und anstehende Projekte in Gemeinde.

Die Leiblachhalle füllt sich an diesem Sonntagvormittag. Direkt nach der großen Eingangstür steht Sekt bereit, Bürgermeister Wolfgang Strohmaier schüttelt jedem und jeder die Hand und wünscht ein frohes neues Jahr. Etwa 80 Menschen kommen zum Neujahrsempfang – der auch gleichzeitig eine Bürgerversammlung ist.

Bürgermeister Wolfgang Strohmaier stößt mit seiner Gemeinde auf das neue Jahr an. Fotos: Ronja Straub
Der Musikverein Hergensweiler begleitet den Neujahrsempfang.

 

Klar wurde: Die Grundschule und die Kita beschäftigen die Gemeinde weiterhin besonders. „Als ich nach Hergensweiler gekommen bin, gab es noch so wenige Grundschüler, dass man überlegt hat, jahrgangsübergreifend Klassen zu machen“, erzählt Strohmaier. Heute gehen fast 100 Schülerinnen und Schüler in die Grundschule. Für eine Gemeinde mit weniger als 2000 Einwohner sei das eine ganze Menge.

Eine große Herausforderung sei deshalb die Organisation der Mittags- und Ferienbetreuung der Grundschüler. Ab dem kommenden Schuljahr haben Eltern einen Rechtsanspruch darauf. Etwa ein Drittel besuche bereits die Mittagsbetreuung.

Das Problem sei weniger die Mittagsbetreuung, sondern viel mehr die Ferienbetreuung. Aktuell können Grundschülerinnen in drei Ferienwochen betreut werden. Künftig muss die Gemeinde das für acht Wochen anbieten.

Die Grundschule in Hergensweiler. Foto: Susi Donner

 

Aus Personalgründen sei das für Hergensweiler alleine nicht stemmbar, so Strohmaier. „Wir sind im Kontakt mit dem Kreisjugendring und loten aus, ob wir das mit anderen Gemeinden in Kooperation machen können.“

Als Leuchtturmprojekt bezeichnete der Bürgermeister den Kita-Neubau. Andere Projekte, wie der Neubau des Rathauses, liegen deshalb auf Eis. „Bis klar ist, wie hoch die Kosten für die neue Kita sind.“ Aktuelle rechne die Gemeinde mit 12 bis 14 Millionen Euro.

Ebenfalls nicht weiter geplant werde der Radweg zwischen den Ortsteilen Unternützenbrugg und Degermoos sowie den Ausbau eines Nahwärmenetzes in der Dorfmitte. Laut eines Planers sei das zu kompliziert und aufwendig für die Gemeinde.

Das Kita-Projekt ist hingegen in vollem Gange. Noch werden die Container auf der Wiese am Netto ausgebaut und eingerichtet, im April sollen die Kinder einziehen. Dann wird der alte Kindergarten abgerissen. 2028 soll der Neubau an gleicher Stelle stehen.

Die Container für die Interimslösung der Kita sind im November geliefert worden. Foto: Susi Donner

 

Bebauung auf der Wiese neben des Nettos angedacht

Die Container auf der Wiese bleiben eine Zwischenlösung, betont Strohmaier. Die Fläche soll danach entwickelt werden. Der Gemeinderat müsse sich über eine Nutzung Gedanken machen. Es werte wohl auf eine Wohnbebauung hinauslaufen.

Konkrete Pläne gebe es bislang nicht, so Strohmaier. Er habe lediglich 2015 eine Schallschutzstudie in Auftrag gegeben, um zu prüfen, ob auf dieser Fläche zwischen Bahnlinie und B12 eine „vernünftige Bebauung“ möglich ist. „Das war der Fall, deshalb haben wir die Fläche erworben.“ Schließlich brauche die Gemeinde das Geld.

So steht es um die Finanzen

Immer wieder sei Hergensweiler von der Aufsichtsbehörde gemahnt worden, dass mehr Einnahmen nötig seien, so Strohmaier. Deshalb habe die Gemeinde 2025 viele Gebühren erhöhen müssen: die Gewerbe-, die Grund-, die Friedhofssteuer sowie den Beitrag der Mittagsbetreuung in der Grundschule. Mehr dazu lest ihr hier.

„Wir haben mit Maß und Ziel vieles erhöhen müssen“, sagt Strohmaier. Aber man sei nirgends zu extrem hohe Beträge gekommen, im Vergleich zu anderen Gemeinden.

Weitere anstehen Projekte sind der Breitbandausbau im Ortskern und im Ortsteil Scheidenweiler, der anstehe. Außerdem müssten die Ergebnisse der Brückenprüfungen ausgearbeitet werden, so Strohmaier. An der Brücke in Mollenberg sei eine Untersuchung gemacht worden. „Im besten Fall können wir die Brücke sanieren.“

Auch Seniorenbeauftragte Traudl Kümmich wendet sich an die Hergensweilerer. „Wir haben immer mehr ältere Menschen in der Gemeinde“, sagt sie. „Das ist eine Generation, die gesehen werden soll.“ Und dafür setze sie sich als eine von 19 Seniorenbeauftragte im Landkreis ein.

Zum Beispiel mit dem Angebot einer digitalen Sprechstunde im alten Bahnhof, die sie gemeinsam mit Selina Laupheimer anbietet. Die junge Frau erkläre den Älteren gerne, wie das Handy funktioniert.

Der Seniorenbeauftragte Traudl Kümmich liegen die älteren Menschen am Herzen. Foto: Ronja Straub

 

Traudl Kümmich hat noch eine Anregung. Sie erinnert an den „Arbeitskreis Generationen“, den es einmal vor vielen Jahren in Hergensweiler gegeben hatte. „Das war ein schönes Miteinander von Jung und Alt“, sagt sie. „Wenn wir wieder so etwas bekommen könnten, wäre das schön.“

Bürgermeister Wolfgang Strohmaier bedankte sich bei ihr – aber auch bei allen anderen Ehrenamtlichen in der Gemeinde. Vor allem bei den 15 Feuerwehrfrauen und den 52 Feuerwehrmännern. „Wir sind sehr dankbar, dass ihr da seid.“

Frage zu einem Steg über den Hagersbach

Eine Frage eingereicht hatte nur eine Hergensweilererin. Heidi Abendschein wollte wissen, ob bis Ende März ein Ersatz für den Steg über den Hagersbach angebracht ist –  die Strecke des Leiblachlaufs führt über ihn. Der alte Steg zwischen Mietzlings und Niederstaufen musste abgerissen werden.

„Das ist zeitaufwendig und teuer – aber wir haben eine Lösung“, sagte Strohmaier. Ob es bis Ende März klappt, könne er nicht sagen. Aber er geht davon aus, dass der Steg bis zum Leiblachlauf Mitte April da ist.

Teile diesen Artikel mit deinen Freund*innen

Dir brennt ein Thema auf der Seele? Wir kümmern uns!

Bei Kolumna wollen wir uns um die Themen kümmern, die dir wichtig sind. Schicke uns deine Anregungen oder Recherche-Hinweise über unseren Briefkasten, den wir extra dafür eingerichtet haben.

Das könnte dich auch interessieren