Die Nonnenhorner Feuerwehr ist bestens aufgestellt. Umständlich wird es für die Feuerwehr manchmal allerdings, wegen der Teilung des Dorfs durch die Bahngleise. Und: Um auf Extremwetterereignisse vorbereitet zu sein, möchte der Feuerwehrkommandant ein zentrales Lager mit den Nachbargemeinden aufbauen.
26 Seiten hat der Feuerwehrbedarfsplan der Freiwilligen Feuerwehr Nonnenhorn, den der stellvertretende Kommandant Simon Hornstein erstellt und auf der jüngsten Gemeinderatssitzung den Räten vorgestellt hat. Darin enthalten und analysiert ist alles, was die Feuerwehr betrifft. Er ist auch die Grundlage, um Fördergelder zu bekommen.
Grundsätzlich gehört die Feuerwehr zu den Pflichtaufgaben einer Kommune. Das bedeutet, dass die Gemeinde die Feuerwehr ausrüsten, aber auch dafür sorgen muss, dass das Personal gut ausgebildet ist. Und wie der stellvertretende Kommandant am Ende seines Berichts bescheinigte: „Die Nonnenhorner Feuerwehr ist auf einem sehr guten Stand.“
Feuerwehrmänner und -frauen müssen an der Schranke warten
Allerdings zeigt sich auch: Die Bahngleise im Ort machen das Leben der Feuerwehrleute manchmal umständlich.
Nonnenhorn hat ein gut ausgestattetes Feuerwehrhaus, das 2003 erbaut wurde. Es liegt unterhalb der Bahnlinie. Die Feuerwehr agiert also vom seeseitigen Teil der Gemeinde aus. Das Problem: Diejenigen Feuerwehrmänner oder -frauen, die oberhalb der Bahnlinie wohnen, müssen oftmals vor der Schranke warten, ehe sie überhaupt ins Feuerwehrhaus gelangen.
Ist der Einsatzort oberhalb der Bahnschranke, ist die Schranke erneut ein Hindernis und sorgt für weitere Zeitverzögerung. Gleiches gilt für die Nachbarwehren, wenn der Einsatzort seeseitig ist.
Grundsätzlich könne die Nonnenhorner Feuerwehr aber mit ihrem Löschfahrzeug innerhalb von zehn Minuten am Einsatzort sein kann. Zusammen mit der Feuerwehr Hege und deren Löschfahrzeug „kann der Grundschutz unter- und oberhalb der Bahnlinie sichergestellt werden“, heißt es in dem Plan.
Feuerwehr muss sich bereit machen für Starkregen und Überflutung
Die Einsatzzahlen bezeichnete Hornstein als „verhältnismäßig“. Im Gegensatz zu früher gab es mehr Einsätze wegen Extremwetterereignissen. Dies und Überschwemmungen vom See her, werde es in Zukunft immer häufiger geben, vermutet Hornstein.
Deswegen ist Feuerwehrkommandant Julian Schwarz darum bemüht die Nachbarwehren in Wasserburg und Bodolz für ein zentrales Lager zu begeistern. Dort sollen Gerätschaften und Sandsäcke gelagert werden, die bei Unwetterereignissen nötig sind. „Ein Lager, das von drei Gemeinden bestückt und von den drei Gemeinden verwaltet wird“, erklärte Schwarz.
Geld dafür sowie für Schutzanzüge, Handschuhe, Uniformen, Helme, Pumpen und einiges mehr will der Gemeinderat in seinen Haushalt einstellen. Insgesamt 115.000 Euro sind dafür eingeplant.



