Diskussionsbedarf gibt es um das Thema Stellplätze und Zufahrt. Manche Räte fürchten Stau und Verkehrschaos.
Wasserburg ist ein Stück weiter im Verfahren um die Edeka-Hellstern-Genusswelt. Der Gemeinderat hat auf seiner jüngsten Sitzung den vorhabenbezogenen Bebauungsplan dafür beschlossen.
Bis die Pläne öffentlich ausliegen, wird es allerdings noch etwa sechs Wochen dauern. Vorher muss noch ein Durchführungsvertrag unterschrieben werden. Darin werden Rechte und Pflichten von Gemeinde und Bauherren festgelegt, wie Werner Dehm vom Stadtplanungsbüro Opla im Gemeinderat am Dienstagabend erklärte.
Dabei geht es zum Beispiel um die vom Landratsamt geforderte Trennung zwischen Chocolaterie und Supermarkt.
Was geplant ist
Die Firma Neukauf Hellstern, die bisher am Wasserburger Bahnhof einen Edeka-Markt betreibt, will ins Gewerbegebiet nach Hege umziehen.
Dort planen Wolfgang Hellstern und sein Sohn Philipp, einen Edeka-Vollsortimenter mit einer Verkaufsfläche von 1200 Quadratmetern zu bauen.
Zudem will die Firma in dem neuen Gebäude eine „Genusswelt“ einrichten, in der es auf 800 Quadratmetern Verkaufsfläche Weine aus der Region und Spezialitäten aus Schokolade geben wird.
Die Firma Hellstern ist auch Eigentümerin der Confiserie Bosch, die Schokolade herstellt und vertreibt. Ein Backshop mit Sitzmöglichkeiten soll die Genusswelt ergänzen.
Stellungnahmen erfordern Änderungen
Im Zuge des Verfahrens lagen die Pläne für den neuen Edeka bereits einmal öffentlich aus. Wegen der verschiedenen Stellungnahmen, die eingegangen waren, beschloss der Gemeinderat einige Änderungen.
So fällt der ohnehin umstrittene Werbepylon im Süden des Grundstücks gänzlich weg. Und die Bäume, die eigentlich gefällt werden sollten, sollen bleiben.
Es gibt Änderungen bei den Abstandsflächen, Anpassungen bei Straßenbelägen, Entwässerungskonzept, Beschilderungen, Bodenschutz, Solar- und Photovoltaikanlagen.
Diskussionsbedarf gibt es beim Thema Stellplätze
Während der Gemeinderat diesen weitgehend diskussionslos zugestimmt hatte, sorgten die Parkplätze für Gesprächsstoff. Weil das Grundstück mit Bäumen und Sträuchern umwachsen ist, die der Bauherr komplett erhalten soll und wird, gibt es weniger Fläche für die Außenstellplätze.
Diese reihen sich laut Plan zwischen Hecke und Durchfahrtsstraße nahtlos aneinander an. Deswegen fehlt allerdings wiederum Platz für die Bäume, die die Wasserburger Stellplatzsatzung eigentlich nach jedem fünften Stellplatz vorschreibt.
Deshalb schlug dritte Bürgermeisterin Beate Meßmer (CSU) vor, fünf Stellplätze weniger (113 statt 118) anzulegen und stattdessen fünf Bäume zu pflanzen.
Allerdings zweifelten einige Räte grundsätzlich an, dass die geplanten Stellplätze ausreichen. Thomas Baumgartner (CSU) brachte zudem das Thema Mitarbeiterstellplätze auf.
Ist das Chaos vorprogrammiert?
Und Werner Göser (Freie Bürgerschaft Wasserburg) fürchtet Chaos, weil die geplante Zufahrtsstraße nicht ausreiche, um den Stau zu fassen, den es geben könnte, wenn die Kunden zu Stoßzeiten keinen Parkplatz bekommen.
Letztendlich einigte sich der Rat darauf, dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan zuzustimmen. Bis allerdings der Durchführungsvertrag gezeichnet ist, soll die Verwaltung die Anzahl der vorgeschriebenen Stellplätze und deren Bepflanzung prüfen.
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