Sirenen an den Gleisen: Landrat fordert „konsequenten Lärmschutz“

Eine Warnanlage der Deutschen Bahn.
Seit Anfang Mai stehen die Sirenen an der Bahnstrecke zwischen Hergensweiler und Schlachters. Foto: Davor Knappmeyer

Schrille Sirenen am Tag und in der Nacht: Das wird für Anwohnerinnen und Anwohner in Hergensweiler und Schlachters ab Montag zur Realität.

Für drei Monate baut die Bahn an den Gleisen – und stellt dafür die lauten Anlagen auf. Landrat Elmar Stegmann fordert jetzt „konsequenten Lärmschutz“ von der Deutschen Bahn.

Der Landrat zeigt sich wegen der angekündigten Immissionswerte besorgt und fordert wirksame Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Auf der acht Kilometer langen Strecke zwischen Hergensweiler und Schlachters müssen Arbeiter der Bahn von Montag, 5. Mai, bis Ende Juli die Gleise einseitig sanieren und austauschen. Alle Hintergründe dazu haben wir euch bereits in diesem Artikel erklärt.

„Wir akzeptieren notwendige Baumaßnahmen – aber nicht um jeden Preis“, wird Stegmann zitiert.

Wenn Lärmbelastungen ein gesundheitsschädliches Maß erreichen, ist eine Grenze überschritten.

Es brauche technische und organisatorische Lösungen, die Anwohnende und Bauarbeiter gleichermaßen schützen.

Das Landratsamt Lindau habe direkt nach Bekanntwerden der Bauarbeiten beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) eine Prüfung der geplanten Bauarbeiten beantragt.

In einer Rückmeldung vom 29. April habe das EBA mitgeteilt, dass die Vorgehensweise der DB InfraGO AG derzeit nicht nachvollziehbar sei. Man behalte sich vor, im Fall von Anwohnerbeschwerden auch den Bauablauf einzuschränken.

Kolumna gegenüber teilte eine Sprecherin des EBA vor zwei Wochen mit, das EBA – eine Art Aufsichtsbehörde der Bahn – könnte erst einschreiten, wenn Beschwerden vorliegen.

Kritik an mangelnder Vorsorge

Nach dem Gesetzes seien Bauarbeiten so auszuführen, dass „schädliche Umwelteinwirkungen nach dem Stand der Technik verhindert“ oder auf ein Mindestmaß reduziert werden, schreibt das Lindauer Landratsamt. Vor allem die Sirenen seien „eine erhebliche Lärmquelle“.

In Amtsblättern und auf Flyern kündigt die Bahn selbst an, dass sie Richtwerte überschreiten wird. Trotzdem sind keine Maßnahmen für Lärmschutz geplant. 

Die Erfahrungen aus der Vergangenheit haben gezeigt, wie belastend die Situation für die Anwohner war bis hin zur Beschädigung von Warnsirenen

,wird Elmar Stegmann zitiert. Das sei inakzeptabel, weil dadurch auch Menschenleben gefährdet werden könnten.

Und weiter: „Ich werde mich weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass Bauarbeiten auf unserem Kreisgebiet nicht zur Zumutung für die Bevölkerung werden.“

Das Landratsamt werde die Entwicklung „aufmerksam begleiten und sowohl bei der DB InfraGO AG als auch beim Eisenbahn-Bundesamt auf die Einhaltung gesetzlicher Standards drängen.“

Das EBA ist dafür zuständig, dass die Vorgaben des Immissionsschutzes eingehalten werden. Anwohnerinnen und Anwohner können sich mit Beschwerden direkt an folgende Stelle wenden:

Eisenbahn-Bundesamt – Außenstelle Karlsruhe/Stuttgart Südendstraße, 44 76135 Karlsruhe. Telefonnummer: 0721 1809462 E-Mail-Adresse: poststelle-ka@eba.bund.de.

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