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Der Untergrund ist beim Neubau der Berufsschule eine Herausforderung. Experten der Ludwig-Maximilians-Universität München haben sich deshalb den Baugrund genauer angeschaut, verschiedene Verfahren zur Pfahlgründung geprüft – und jetzt eine Lösung gefunden.
Monatelang waren die acht Meter langen, dicken Schraubpfähle auf der Baustelle des Neubaus zu sehen. Sie dienten einem Testlauf. Dieser war nötig, weil der Boden, auf dem die neue Berufsschule entsteht, aus Seeton besteht – einer weichen und unbeständigen Schicht.
Die Experten der Universität sprechen sich für die Schraubpfähle aus. Sie seien besser geeignet als die bislang vorgesehenen Bohrpfähle, schreibt der zuständige Professor in einer Präsentation, die am Freitag, 23. Oktober, in der Sitzung des Kreisausschusses vorgestellt wird.
Das System habe mehrere Vorteile: Es reduziere bauliche und terminliche Risiken, verkürze die Herstellungszeit – und sei vor allem günstiger. Zudem würden weniger Materialien, insbesondere Beton und Stahl, benötigt, heißt es weiter.
Die Experten stellten demnach fest, dass Bohrpfähle aus Ortbeton im weichen, empfindlichen Seeton risikoreich wären. Seeton könne in den noch frischen Beton eindringen und dadurch Fehlstellen und Einschnürungen im Pfahlquerschnitt verursachen. Das könne die Tragfähigkeit beeinträchtigen.
Bei der heutigen Berufsschule führten ähnliche Fehler bereits zu Setzungen von mehr als 20 Zentimetern, Rissen und Schiefstellungen. Bis heute sorgt das für Probleme.
Bei den Schraubpfählen sei das anders: Da sie aus vorgefertigten Betonteilen bestehen, könnten keine vergleichbaren Fehlstellen durch eindringenden Seeton im Frischbeton entstehen. Im September seien sechs Schraubpfähle aus Betonfertigteilen getestet und belastet worden. Die Versuche zeigten laut Gutachten, dass die Pfähle die Gebäudelasten bei geringen Setzungen sicher aufnehmen können.
Zeitplan steht fest
Eigentlich sollten die Arbeiten an der Gründung bereits im Juli beginnen. Doch die Baugenehmigung ließ auf sich warten. Das Landratsamt geht davon aus, dass die Schraubpfähle innerhalb von vier Monaten hergestellt werden können. Mit den Gründungsarbeiten könnten die Bauarbeiten Anfang November beginnen. Ende Februar sollen die Pfähle dann im Boden sein.
Der Kreisausschuss tagt am Freitag, 23. Oktober, um 10 Uhr im Landratsamt in der Bregenzerstraße 35 in Lindau.



