In Lindau und den umliegenden Gemeinden fällt der erste Schnee. Der Lindauer Winterdienst ist gerüstet, Leonas und sein Vater Sebastian bauen bei Bösenreutin den ersten Schneemann der Saison.
Der erste Schnee ist da – und das Chaos bleibt aus. Der Lindauer Winterdienst hat seine Routen optimiert, neue Lagerplätze festgelegt und fährt jetzt mit GPS. Damit alle gut durch den Winter kommen, sind auch die Bürgerinnen und Bürger gefragt.
Die erste Schneenacht ist überstanden und Pius Hummler ist zufrieden. „Wir sind die ganze Woche schon in Bereitschaft, weil wir wussten, dass Schnee kommen soll“, sagt der Chef der Garten- und Tiefbaubetriebe (GTL).
Um 3 Uhr in der Früh seien am Freitag die ersten Bauhofmitarbeiter zum Räumen gefahren. „Es war doch einiges an Schnee auf den Straßen“, sagt Hummler. „Aber es ist alles reibungslos gelaufen.“
Die Winterdienstfahrzeuge seien frisch gewartet und ausgerüstet, außerdem gibt es neue Streckenpläne für Straßen, Rad- und Schulwege. „Es macht Sinn, sich die Routen regelmäßig anzuschauen und zu optimieren“, sagt Hummler. „Dadurch können wir den Einsatz der Fahrzeuge reduzieren.“
Puis Hummler, Chef der Garten- und Tiefbaubetriebe Lindau. Foto: Julia Baumann-Scheyer
Wenn starker Schneefall angesagt ist, arbeiten die GTL mit Landwirten aus der Region zusammen. Die sind dann als Dienstleister in Bereitschaft und springen ein, wenn Not am Mann ist.
Wohin mit dem ganzen Schnee?
Neu ist, dass die Mitarbeiter des Winterdienstes jetzt immer ein GPS-Gerät im Auto dabei haben. „Da werden unsere Strecken ganz genau aufgezeichnet“, sagt Hummler. Das gibt auch Rechtssicherheit, wenn zum Beispiel mal jemand auf einem Gehweg ausrutscht und sich verletzt. „Wir können jetzt ganz genau nachweisen, an welchen Stellen wir um wie viel Uhr geräumt und wann und wo wir gestreut haben.“
Zudem ist die Aufzeichnung über GPS eine Arbeitserleichterung: Der Winterdienst spart sich die schriftlichen Berichte nach der Tour.
Wenn mal richtig viel Schnee liegt, müssen Fräsen ran, um Straßen und Wege vom Schnee zu befreien. Bisher wurde dieser dann verladen und beim Parkplatz Blauwiese in Reutin gelagert. „Da lag er dann zum Teil bis April, bis er abgeschmolzen ist“, sagt Hummler. Damit die Schneemassen besser verteilt werden können, wollen die GTL nun zusätzliche Lagerplätze im Lindauer Stadtgebiet etablieren.
Welche Pflichten alle haben
Für einen verletzungsfreien Winter seien aber auch alle Bürgerinnen und Bürger in der Pflicht, wie die Stadt in einer Pressemitteilung schreibt. So seien Grundstückseigentümerinnen zum Beispiel verpflichtet, Pflanzen, die in Straßen, Geh- oder Radwege ragen, zurückzuschneiden.
Gestutzt werden muss auch alles, was die Sicht an Kreuzungen behindert. Denn gebrochene Äste oder eingeknickte Hecken können im Winter gefährlich werden.
In der Nacht auf Freitag schneit es in Lindau und den umliegenden Gemeinden. Foto: Cleo Lanz
Außerdem sind Eigentümer und Mieter verpflichtet, nicht nur ihr eigenes Grundstück, sondern auch die angrenzenden Gehwege zu räumen und dort zu streuen. Das muss werktags ab 7 Uhr in der Früh, an Sonn- und Feiertagen ab 8 Uhr in der Früh passieren und bis 20 Uhr so oft wiederholt werden „wie es zur Verhütung von Gefahren für Leben, Gesundheit, Eigentum oder Besitz erforderlich ist“, schreibt die Stadt.
Und weil die GTL für ihre Räumfahrzeuge Platz brauchen, gibt es in einigen Straßen über den Winter Halteverbote. „Diese Halteverbote werden zukünftig regelmäßig kontrolliert und bei Zuwiderhandlung mit Bußgeld geahndet – auch ein Abschleppen des Fahrzeugs zulasten des Eigentümers ist möglich“, schreibt die Stadt.
Denn wenn Räumfahrzeuge nicht durchkommen, habe das enorme Auswirkungen auf die komplette Route – und schließlich auf die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer.
Kaum Unfälle in der ersten Schneenacht
Die erste Schneenacht in Lindau und den umliegenden Gemeinden war ruhig. Der Polizei wurden keine größeren Vorfälle gemeldet, wie ein Sprecher auf unsere Nachfrage sagt. Nur in der Holdereggenstraße in Lindau gab es am Donnerstagabend einen Unfall. Dort war eine Frau zu schnell mit dem Auto unterwegs gewesen. Beim Abbiegen verlor sie die Kontrolle über ihr Fahrzeug und fuhr geradewegs in eine Gartenmauer. Der Frau passierte nichts, doch das Auto musste abgeschleppt werden.
In Bösenreutin ist etwas mehr Schnee liegengeblieben als in Lindau. Leonas und sein Vater Sebastian nutzen das für den ersten Schneemann der Saison. Foto: Christian Flemming
In der kommenden Nacht sind die Mitarbeiter der GTL wieder in Bereitschaft, sagt Pius Hummler. Mit viel Niederschlag rechnet er nicht mehr. „Es wird jetzt eher glatt werden.“ Der Bereitschaftsdienst mache aber eine Kontrollfahrt, um zu prüfen, ob gestreut werden muss. Und wenn das der Fall ist, klingelt er die Kolleginnen und Kollegen aus dem Bett.
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