OB-Kandidat Yassine Douar wird im Wahlkampf von keiner politischen Gruppierung unterstützt

Portrait von einem Mann im weißen Hemd.
Will am 8. März zum Oberbürgermeister von Lindau gewählt werden: Yassine Douar.
Foto: privat

Derzeit reiht sich Nominierungsveranstaltung an Nominierungsveranstaltung – und die amtierende Oberbürgermeisterin Claudia Alfons und ihre Herausforderin Jasmin Sommerweiß scharen die Unterstützergruppen hinter sich. Yassine Douar, der am 8. März ebenfalls als Oberbürgermeisterkandidat ins Rennen geht, wird von keiner der bestehenden Stadtratsgruppierungen unterstützt. Er wird auch keine eigene Liste gründen, wie er auf Nachfrage von Kolumna schreibt.

„Ich werde von einer nicht-organisierten Wählergruppe unterstützt, deren Nominierung bereits stattgefunden hat, sodass der Wahlvorschlag zeitnah eingereicht werden kann“, so Douar. Um als unabhängiger Kandidat antreten zu können, braucht Douar etwa 200 Unterschriften von wahlberechtigten Lindauerinnen und Lindauern.

Er habe sich bewusst dazu entschieden, „parteilos und unabhängig zu kandidieren – und keine Partei oder organisierte Wählergemeinschaft zu gründen, selbst nicht für formale Zwecke wie die Ausstellung von Spendenbescheinigungen“.

Was Lindau aus Sicht von Douar braucht – und was nicht

Seiner Ansicht nach brauche Lindau „keine weitere Fraktion im Stadtrat, sondern mehr Konsolidierung, Zusammenarbeit und den Fokus auf die wesentlichen politischen Entscheidungen, die unsere Stadt wirklich voranbringen“.

In einer Pressemitteilung erklärt Douar, er habe zwar Gespräche mit den unterschiedlichsten politischen und gesellschaftlichen Akteuren geführt, allerdings hätten diese lediglich dazu gedient, eine „gute Basis für den Austausch“ aufzubauen. „Für mich war von Anfang an klar, dass ich meine eigene Agenda setze und mich nicht von bestehenden politischen Bildern oder Parteistrukturen beeinflussen lassen möchte – insbesondere um auch neue Wege zu denken“, schreibt er.

Douar weist Zusammenarbeit mit Werbeagentur Kainz zurück

In der Mitteilung weist er auch „Spekulationen über eine mögliche Zusammenarbeit mit einer größeren Lindauer Werbeagentur“ zurück. „Die Annahme und wiederholte Verbindung mit der Agentur Kainz ist nicht zutreffend“, schreibt Douar. „Zwar hat hier zu Beginn meiner Kandidatur immer wieder ein Austausch stattgefunden, doch ich führe meinen Wahlkampf gänzlich unabhängig – ohne große Werbeagentur im Nacken.“

Seinen Wahlkampf finanziere er in erster Linie aus seinen eigenen finanziellen Mitteln und mithilfe von Unterstützern. Das sei „sicher kein einfacher, aber ein ehrlicher Weg“, so Douar, der darin auch einen Probelauf für „die bevorstehende Amtszeit“ sieht. „Wer die Stadt künftig führen will, muss lernen, mit knappen Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen – und trotzdem gestalten zu können. Genau das tue ich jetzt schon in meinem Wahlkampf.“ Er wolle „weg von parteipolitischer Einflussnahme, hin zu einer sachorientierten, ehrlichen und bürgernahen Stadtführung“.

Lindaus amtierende OB Claudia Alfons ist parteilos und wird von der Bunten Liste, SPD, BU, LI, FDP und ÖDP unterstützt. Hinter Jasmin Sommerweiß stehen neben der CSU, deren Fraktionsvorsitzende sie ist, auch die Freie Bürgerschaft und die Freien Wähler, die sich zusammenschließen und als eine Fraktion in den Wahlkampf ziehen. Die AfD hält sich aus der OB-Wahl bislang raus.

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