Der Neubau des Beruflichen Schulzentrums könnte mit rund 100 Millionen Euro die größte Investition in der Geschichte des Landkreises Lindau werden. Am 15. Mai hätte der Kreistag in einer Sondersitzung über das Thema abstimmen sollen. Die fällt nun aus. Landrat Elmar Stegmann (CSU) will erst eine Arbeitsgruppe gründen.
„Dass wir diesen Neubau brauchen, steht für mich außer Frage: Er ist ein starkes Signal an die junge Generation und eine wichtige Antwort auf die Bedarfe unserer regionalen Wirtschaft“, schreibt Stegmann in einer E-Mail an die Mitglieder des Kreistags.
Der Zustand des Gebäudes ist sehr schlecht. Die Wände haben Risse, es tropft von der Decke, die Elektrik ist desolat. Erste Vorarbeiten für den Neubau hat das Landratsamt bereits machen lassen: Vor einigen Wochen wurden am Berufsschulzentrum Bäume gefällt.
Das gemeinsame Ziel sei es, das Projekt mit Augenmaß zu realisieren, schreibt Stegmann. „Erste Vorschläge zur Kostenreduktion wurden durch das beauftragte Planungsbüro Meixner bereits eingebracht.“ Der Landrat möchte nun prüfen, ob es weitere Einsparpotenziale gibt.
Beschluss soll am 24. Juli gefasst werden
Dafür will er eine Arbeitsgruppe aus Kreistagsmitgliedern, Planern und Verwaltungsmitarbeitern einrichten. „Die Arbeitsgruppe soll aus sieben bis acht Mitgliedern bestehen und sich aus fachlich versierten Kolleginnen und Kollegen zusammensetzen, um handlungsfähig und effizient arbeiten zu können“, schreibt er in seiner E-Mail.
Interessierte Kreistagsmitglieder konnten sich dafür melden. „Da diese Arbeitsgruppe mit der gebotenen Sorgfalt arbeiten soll, ist eine Entscheidung bereits im Mai nicht realistisch“, glaubt Stegmann. Darum fällt die Sondersitzung nun aus.
Ziel sei es nun, dass die Arbeitsgruppe dem Kreistag in dessen Sitzung am 24. Juli die Ergebnisse vorstellt. Auf dieser Grundlage sollen die Räte die erforderlichen Beschlüsse fassen.
Bis dahin werde auch die Kämmerei die voraussichtliche Förderhöhe final klären. „Nach aktuellem Stand könnte sich die Förderung sogar etwas positiver darstellen als bisher angenommen – was den Eigenanteil des Landkreises entsprechend entlasten würde“, schreibt Stegmann. Bisher war der Landkreis von einem Eigenanteil von mehr als 50 Millionen Euro.
Wenn alles nach Plan läuft, dann könnte in einem Jahr Baubeginn sein. Das neue Gebäude soll neben der aktuellen Berufsschule in Aeschach entstehen.