Erster Spatentich für das größte Bauprojekt in der Geschichte von Hergensweiler

Kitaleitung Martina Müller und Sabrina Obererlacher, zweite Bürgermeisterin Sibylle Englmann, Maria Jäger, Chefin der Verwaltungsgemeinschaft Sigmarszell, Bürgermeister Wolfgang Strohmaier sowie Archikten von Hoffmann und Schneider aus Karlsruhe und Planer haben den ersten Spatenstich gesetzt.
Foto: Ronja Straub

Die Kindertagesstätte St. Ambrosius wurde nach mehr als 50 Jahren abgerissen und wird an gleicher Stelle durch einen Neubau für 130 Kinder ersetzt. Insgesamt kostet die Gemeinde das Vorhaben knapp 15 Millionen Euro.

„Das Projekt ist ein großer Kraftakt – und ich bin froh, dass wir jetzt so weit gekommen sind“, sagte Bürgermeister Wolfgang Strohmaier beim offiziellen Spatenstich am Freitagvormittag.

„Als ich Bürgermeister wurde, waren es noch 60 Kinder – heute sind es 100“, so Strohmaier. Die Gemeinde sei deshalb immer wieder an räumliche Grenzen gestoßen. Zunächst wurden Räume im Pfarrhaus und ein Waldgrundstück als Ausweichflächen genutzt, später entstand eine neue Mensa für Kindergarten- und Schulkinder. Doch irgendwann sei klar gewesen: „Ein Neubau muss her.“

Mit knapp acht Millionen Euro Baukosten ist die neue Kindertagesstätte das teuerste Einzelprojekt, das Hergensweiler bislang umgesetzt hat. Rechnet man den Abriss des Altbaus, die Interimslösung und die Baunebenkosten hinzu, belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 15 Millionen Euro.

Begleitet wurde die Veranstaltung am Freitagvormittag von dem Musikverein Hergensweiler. Foto: Ronja Straub

Bis zum Baubeginn war es ein langer Weg. 2024 schrieb die Gemeinde den Neubau europaweit aus. Aus 25 Entwürfen musste eine Jury den Sieger auswählen. „Das war ein Mammutprojekt“, erinnerte sich Strohmaier. Am Abend eines langen Tages habe er zum Telefonhörer gegriffen, um das Siegerbüro anzurufen. „Ihre Freude, Frau Schneider, hallt mir bis heute in den Ohren“, sagte er an Architektin Lisa Schneider gerichtet. Den Wettbewerb gewann ihr Büro Schneider Hoffmann aus Karlsruhe.

Für Architekt Peter Hoffmann war das Projekt etwas Besonderes. Er stammt aus Lindenberg und freute sich, dass sich sein noch junges Büro auf ein Projekt in der Heimat bewerben konnte.

Er stellte bei dem Termin am Freitag den Neubau kurz vor: Der Neubau entsteht in Holzbauweise und erhält zwei Geschosse. Geplant sind mehrere Gruppenräume, eine Mensa, ein Bewegungsraum sowie ein großer Balkon. Der Garten wird um die alte Blutbuche herum gestaltet. „Die Buche ist schon ewig an diesem Ort und erzählt eine Geschichte weiter“, sagte Hoffmann. Im Neubau ist Platz für 130 Kinder.

Der Neubau der Kindertagesstätte ist mit fast acht Millionen Euro das größte und teuerste Projekt, das Hergensweiler je gestemmt hat. Für das ganze Projekt mit Abbruch und Interimslösung sowie Baunebenkosten muss die Gemeinde sogar 14,9 Millionen Euro ausgeben.

Ganz ohne Schwierigkeiten verlief das Projekt bislang nicht. Weil sich ein Bieter nicht an die strengen Vorgaben der europaweiten Ausschreibung gehalten hatte, schloss ihn die Gemeinde aus. Dagegen zog die Firma vor Gericht – ohne Erfolg. Das Verfahren verzögerte das Projekt allerdings um rund sechs Wochen. Laut Strohmaier ist das „noch kein Problem“. Es sei ein Puffer eingerechnet. Wenn jetzt alles nach Plan läuft, soll die Kita 2028 fertiggestellt werden.

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