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Die Alte Landstraße mit dem Oeschweg im Sigmarszeller Ortsteil Thumen muss saniert werden, ebenso die Hinterbergstraße in Niederstaufen. Für beide Straßen will die Verwaltung Fördergelder beantragen und hat dafür bereits jede Menge Vorarbeit geleistet. Zudem gab es zur Alten Landstraße auch schon eine Bürgerbeteiligung.
In Thumen geht es um 925 Meter der Alten Landstraße sowie 92 Meter des Oeschwegs. Mit dabei ist auch ein 32 Meter langes Teilstück inmitten der alten Landstraße. Das gehört zwar einem Privateigentümer, doch dieser überlässt das Stück der Gemeinde für die nächsten 20 Jahre.
Im Zuge der Straßensanierung will auch der Abwasserzweckverband die Kanäle sanieren. Die EGS (Elektrizitätsgenossenschaft Schlachters) will zudem ihr Netz ausbauen: Mit den Bauarbeiten sollen Leerrohre für Glasfaser verlegt werden, erklärte Bürgermeister Jörg Agthe.
Die Gesamtkosten belaufen sich dann auf 1,75 Millionen Euro brutto. Allein die Sanierung der Straße kostet 1,45 Millionen Euro brutto. Wird der Antrag für die sogenannte ELER-Förerung (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) genehmigt, werden 60 Prozent der förderfähigen Kosten und damit 655.000 Euro erstattet.
Der Eigenanteil der Gemeinde belaufe sich dann insgesamt auf rund 800.000, rechnete der Bürgermeister vor. „Fakt ist: die Straße muss saniert werden“, so Agthe. Andere Fördermittel, die für eine Straße dieser Art infrage kämen, gebe es nicht.
Bei der Hinterbergstraße handelt es sich um rund 800 Meter Straße. Mit eingeschlossen sind, auch wegen der ELER-Förderung, zwei landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe. Auf Anraten des Bauhofs, so erklärte Bürgermeister Jörg Agthe, solle zudem jenes Stück der Hinterbergstraße mitsaniert werden, mit dem die Einfamilienhäuser hinter dem ersten landwirtschaftlichen Betrieb erschlossen sind.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,19 Millionen Euro brutto, auch hier ist eine Förderung möglich. Der Gemeinde bliebe dann ein Eigenanteil von 587.000 Euro.
Das wollen die Bürger
Für die Alte Landstraße hat es vor einem Monat eine Ortsbegehung gegeben, bei der sich die Bürger und Anwohner einbringen konnten. Die Ergebnisse trug Bürgermeister Jörg Agthe den Mitgliedern des Gemeinderates vor.
Demnach hatten sich die beteiligten Personen gegen eine Verbreiterung der Straße ausgesprochen. Stattdessen hatten sie, dort wo es möglich ist, zwei bis drei Ausweichbuchten vorgeschlagen. Dazu müsste die Gemeinde allerdings Land kaufen oder pachten. Gespräche dazu, so der Bürgermeister, laufen bereits.
Befahrbar bleiben soll die Straße ebenso wie der Oeschweg zudem weiterhin nur für Fahrzeuge bis zu 7,5 Tonnen. Auch wollen die Bürger, dass ein markanter Baum, die sogenannte Wettertanne, unbedingt erhalten bleibt. Ein Wunsch, der nicht sicher erfüllt werden kann. Bürgermeister Jörg Aghte gab zu bedenken, dass das Wurzelwerk bei den Straßenarbeiten beschädigt werden könnte, was dann dazu führe, dass der Baum nicht mehr standfähig sei. Sollte dies geschehen, werde es jedoch eine Ersatzpflanzung geben, versicherte er. Auch die natürliche Böschung vor und nach der Wettertanne, so der Wunsch des Eigentümers, solle erhalten bleiben und nicht flacher gemacht werden.
Außerdem sprachen sich die Anwohner dafür aus, dass zwischen der Wettertanne und der Hausnummer 50 die Straße um 20 bis 30 Zentimeter angehoben werden solle. Dagegen soll die Straße am Bauende aber nicht verschmälert werden, weil es jetzt schon so sei, dass landwirtschaftliche Fahrzeuge Probleme haben, um die Kurve zu kommen.
Wohl keine Ladesäulen für E-Bikes
Die Elektrizitätsgenossenschaft wiederum hatte angeregt, die Stromversorgung auszubauen und die Leitungsstruktur zu ertüchtigen, damit Anlieger Photovoltaik-Anlagen und Elektro-Ladesäulen bauen können.
Die drei Feldkreuze, die sich auf der gesamten Baustrecke befinden, sollen, so der Vorschlag der Bürger, zu einem Themenweg gemacht werden. Außerdem sollen Sitzbänke aufgestellt werden, die Spaziergänger, aber auch Radler zum Verweilen und Ausruhen einladen. Zumal die Straße Teil des Bodensee-Königssee-Radwegs sei. Darum auch die Anregung, dort öffentliche Ladesäulen für E-Bikes aufzustellen.
Davon hält der Bürgermeister jedoch nichts. Die Ladesäulen würden oft Opfer von Vandalismus und die Reparatur sei teuer.
Letztendlich waren sich die Räte einig, dass es sinnvoll sei, die Förderanträge zu stellen, machten jedoch die tatsächliche Sanierung der Straßen ausdrücklich davon abhängig. Sollte es keine Fördergelder geben, will die Gemeinde die Sanierungen zu einem späteren Zeitpunkt in Angriff nehmen. Die Alte Landstraße spätestens dann, wenn der Zweckverband sowieso die Kanäle neu verlegt.
Sollte Sigmarszell die Zuschläge für die Förderungen bekommen, muss die Gemeinde die Maßnahmen innerhalb von zwei Jahren komplett umgesetzt haben, in dem Fall bis zum ersten Quartal 2028.



