Mit dem Getränkekeller in der Bodolzer Ortsmitte geht es weiter. Nachdem es zeitweise nicht klar gewesen ist, ob sich ein Nachfolger für Willi Fischer findet, stehen die Zeichen jetzt auf Entspannung. Nur eine kleine Neuerung wird es geben.
Zum Jahreswechsel hat Andreas Bruderhofer den Getränkekeller übernommen und führt ihn ganz genauso weiter, wie es vor ihm der „Bier Willi“ getan hat. Inklusive Poststation.
„Ich habe den Getränkekeller eins zu eins übernommen. Alles bleibt gleich“, versichert Andreas Bruderhofer. Der Bodolzer führt Fischers Getränkekeller genauso weiter, wie die Kunden aus Nah und Fern es gewohnt sind. Inklusive Poststelle, Öffnungszeiten, Sortiment und Biergarnituren zum Leihen für die Sommerfeste. Auch seinen Namen behält der Getränkekeller, denn der ist für sich genommen, so Andreas Bruderhofer, „eine Institution“.
Wie schon Willi Fischer legt auch Andreas Bruderhofer den Schwerpunkt auf regionale Biere. Bierliebhaber bekommen bei ihm Spezialbiere, die nicht jeder hat. Solche, die in kleinen Brauereien gebraut werden, die Hirschbier, Bergbrauerei oder Bräu im Moos heißen.
Aber auch hierzulande bekannte und beliebte Biere, von Augustiner, Meckatzer, Flötzinger oder Lindauer Hell fehlen freilich nicht im Sortiment. Auch bei Mineralwasser, Softdrinks und Säften liegt der Schwerpunkt nach wie vor auf der Regionalität. Alle Getränke gibt es bevorzugt in Glas- oder Mehrwegflaschen.
Und im kleinen Nebenraum, der einmal ein alter Weinkeller war, verkauft Andreas Bruderhofer nach wie vor Weine der Nonnenhorner Winzer, aber auch solche von Weingütern aus Italien oder dem Neusiedlersee.
Lieferdienst soll ausgebaut werden
Alles also wie gehabt. Nur eines will Andreas Bruderhofer anders machen: Er möchte den Lieferdienst etwas mehr ausbauen und Getränke zu den Kunden nach Hause liefern. „Das ist was, was immer weniger machen“, sagt er und sieht darin eine Marktlücke. Im Sommer möchte er zudem gekühltes Bier direkt aus dem Kühlschrank anbieten. Außerdem ist er am Überlegen, ob er einen Kühlschrankverkauf für Grillgut einrichtet.
Doch wer ist Andreas Bruderhofer eigentlich und wie kam es dazu, dass er den Getränkekeller übernommen hat? Die Ur-Bodolzer werden den 57-Jährigen wahrscheinlich ohnehin kennen. Denn Andreas Bruderhofer ist gebürtiger Bodolzer und wohnt mit seiner Frau auch in der Gemeinde.
Er hat drei erwachsene Kinder. Bis vergangenes Jahr war er zehn Jahre lang im Lindauer Stadtteil Aeschach mit einem Fitnessstudio selbstständig gewesen, wollte dann aber kürzertreten.
Das wiederum wurde ihm schnell zu langweilig, und so kam es, wie es kommen musste: Als er eines Tages das Enkelkind spazierenfuhr, kam er mit dem „Bier-Willi“ ins Gespräch und erzählte daheim von dessen Suche nach einem Nachfolger.
„Die Familie hat gesagt: Mach’s.“ Jetzt macht’s also Andreas Bruderhofer – und die ganze Familie hilft mit.
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