Behörde prüft Sirenen-Baustelle der Bahn: Arbeiten nachts sind nur beschränkt erlaubt

Eine Warnanlage der Deutschen Bahn.
Seit Anfang Mai stehen die Sirenen an der Bahnstrecke zwischen Hergensweiler und Schlachters. Foto: Davor Knappmeyer

Drei Monate lang baut die Bahn an den Gleisen zwischen Hergensweiler und Schlachters. Dafür hat sie laute Sirenen aufgestellt, Lärm machen auch die Baumaschinen. Landrat Elmar Stegmann forderte „konsequenten Lärmschutz“. Das Eisenbahn-Bundesamt hat die Baustelle jetzt geprüft.

Kurz vor Beginn der Bauarbeiten hatte sich der Landrat eingeschaltet. „Wir akzeptieren notwendige Baumaßnahmen – aber nicht um jeden Preis“, so Stegmann. „Wenn Lärmbelastungen ein gesundheitsschädliches Maß erreichen, ist eine Grenze überschritten.“ Es brauche technische und organisatorische Lösungen, die Anwohnende und Bauarbeiter gleichermaßen schützen.

Das sind die Ergebnisse der Prüfung

Das Landratsamt Lindau hatte beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) eine Prüfung der Bauarbeiten beantragt. Die Aufsichtsbehörde hat diese Prüfung mittlerweile abgeschlossen.

Das Ergebnis: Eine Warnung der Bauarbeiter sei zu deren Schutz dringend notwenig, wie eine Sprecherin des EBA schreibt. Die Arbeiten seien rechtlich zulässig. Man könne auf die Warnanlage nicht verzichten.

Auch der Lärm der Gleisumbau-Maschinen sei nicht zu vermeiden. Es gebe keine „leiser arbeitenden“ Alternativen. Weil sich die Baumaschinen ständig weiterbewegen, sei es auch nachts erlaubt, zu arbeiten, so das EBA.

Allerdings hat die Behörde zumindest hier einen Hebel. Sie ordnet „die zwingende Einhaltung der Nachtzeiträume der AVV ‚Baulärm‘ an“. Das bedeutet: Zwischen 20 Uhr abends und 7 Uhr morgens sind auf der Strecke nur Arbeiten erlaubt, „wenn die Arbeiten ohne Warnanlagen möglich sind“.

Fühlen sich Anwohnende aktuell gestört?

Beim EBA sind bisher drei Beschwerden wegen der Baustelle eingegangen – hauptsächlich wegen den Sirenen, schreibt die Sprecherin. Die kann die Bahn aber nicht abbauen oder umstellen. In einem Fall wurde nach einer Beschwerde zumindest ein mobiler Stromgenerator verschoben.

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