An vielen Ecken in Wasserburg wurde gearbeitet und saniert. Das Dorf ist im Grunde bereit für den Sommer. Für eine Veränderung an der Gamswiese kommt es jetzt aber noch aufs Geld an.
Wasserburg macht sich fit für den Sommer. Die Gemeinde hat den Winter genutzt, um beim Männerbad aufzuräumen, das Frauenbad aufzuhübschen, die Gamswiese neu zu bepflanzen und das Dach des Aquamarins zu sanieren. Trotzdem stehen noch ein paar Dinge an, damit der sommerliche Badespaß perfekt ist.
Am meisten sichtbar ist die Veränderung an dem Badestrand „Männerbad“ – dort sieht es jetzt richtig schön und einladend aus. Schon vor drei Jahren hatte der Wasserburger Gemeinderat beschlossen, dass sich beim beliebten Treffpunkt für Jugendliche, Spaziergänger und Familien etwas tun muss.
Der abgelegene Badestrand am Seeufer hinter dem Aquamarin in Richtung Reutenen war im Laufe der Jahre etwas verkommen und unwirtlich geworden. Wildes Graffiti, verwitterte Bänke, stolpergefährliche Zementfundamente und als Pflaster verlegte Grabsteine hatten dem kultigen Ort ein heruntergekommenes Aussehen verliehen.
Allerdings hatte eine Facebook-Umfrage des Jugend- und Vereinsbeauftragten Stefan Schnell ergeben, dass eigentlich alles so bleiben soll wie es ist – nur eben ein bisschen hübscher.
Dieser Wunsch ist jetzt Wirklichkeit geworden. Die Grabsteine sind weg, frischer Kies ist aufgeschüttet, das verbeulte Blechdach ist neu und auch die Bänke haben neue Holzoberflächen bekommen. Die Gemeinde hat zwei große Feuerschalen anfertigen lassen.
Einziger Wehmutstropfen: Eine der beiden Pappeln musste gefällt werden, was aber nichts mit den Verschönerungen zu tun hat. Der Baum war kaputt.
Neue Feuerschale und Baumstämme zum Sitzen am Frauenbad
Gleiches Bild an der Badestelle „Frauenbad“, das ein paar Grundstücke weiter Richtung Freibad Aquamarin liegt. Dort hat die Gemeinde auch eine Feuerschale aufstellen lassen und darum herum Baumstämme zum Sitzen. Der Fußweg ist frisch gekiest. Auf der Anhöhe stehen zwei Metallbänke, die von der Halbinsel stammen und wiederverwertet wurden.
Neues Dach beim Aquamarin
Beim Aquamarin musste die Gemeinde das Flachdach sanieren lassen. Es war undicht. Weil es vorher mit Kies belegt war und jetzt mit einem leichteren Material, ähnlich wie Dachpappe, überlegt der Wasserburger Bauausschuss dort eine Photovoltaikanlage installieren zu lassen. Ein Statiker muss aber vorher prüfen, ob das geht.
Hübscher soll nach Willen des Bauausschusses auch die Wärmehalle werden. Hier liegen noch die braunen Fliesen der 1980er Jahre, während im angrenzenden Flur bereits helle, graue liegen. Damit im Herbst die Bauarbeiten beginnen können, will der Bauausschuss die Gelder in den Haushalt 2025 einstellen.
Floß hat TÜV nicht bestanden
Einen traurigen Anblick bietet das beliebte Floß, das Schwimmmeister Michael Jäschke als „Aushängeschild“ für das Freibad bezeichnet. Sein Skelett liegt in der Eschbachbucht auf dem Trockenen. Denn es hat den TÜV nicht bestanden.
Abgesehen von der maroden Holzbeplankung, die sowieso erneuert werden musste, hat es Risse im Rahmen. Der Zwischenraum der Tonnen, auf denen der Stahlrahmen angebracht ist, steht zu weit auseinander. Dort könnte ein Kind beim Tauchen mit dem Kopf stecken bleiben, fürchtete der TÜV, und verlangte deshalb, dass das Floß ringsum verkleidet wird. Weil eine Reparatur unwirtschaftlich ist, will der Bauausschuss 20.000 Euro für ein neues Floß in den Haushalt einstellen. Der Stahlrahmen soll verkauft werden.
Neue Bäume auf der Gamswiese
Schön geworden ist auch die Gamswiese. Im Sommer 2023 hatte ein Sturm sechs alte und prägende Bäume umgeworfen. Diese wurden, teilweise in stattlicher Größe, nachgepflanzt. Niklas Bruderhofer vom Wangener Landschaftsarchitekturbüro Kappler erklärte, dass das Ziel gewesen sei, schnell eine Beschattung und eine Parksituation herzustellen.
Von den insgesamt 25.000 Euro, die alles samt Pflege und Anwachsgarantie gekostet hat, sind 60 Prozent durch Spenden gedeckt. Was all die anderen Arbeiten gekostet haben ist noch nicht endgültig klar, sagte Bauamtsleiter Jens Müller auf Nachfrage.
Ob Wasserburg auch Geld hat, um an der Gamswiese eine Wiese anlegen zu lassen, die stufenweise zum Wasser führt und, um aus dem historischen Waschsteg eine sichere Badestelle werden zu lassen, ist noch offen. Das hängt von der Haushaltslage ab.