14.000 Läufer, drei Länder und der Bodensee als Kulisse

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Lindau
Pünktlich um 9.45 Uhr hat Bürgermeisterin Claudia Alfons bei dem Lauf 2025 die rund 2600 Starterinnen und Starter der Königsdisziplin auf die Strecke geschickt.
Alle Fotos: Susi Donner

Der Drei-Länder-Marathon steuert auf einen neuen Teilnehmerrekord zu. Mitorganisator Dieter Heidegger erklärt, warum erstmals eine Distanz begrenzt werden musste, was den Lauf so besonders macht – und weshalb davon die ganze Bodenseeregion profitiert.

Drei Länder, der Bodensee immer wieder im Blick und Start direkt am Lindauer Hafen: Diese Kombination macht den Drei-Länder-Marathon für Läufer aus aller Welt besonders. Ein Laufmagazin habe die Veranstaltung kürzlich sogar zu jenen Läufen gezählt, die man einmal im Leben absolviert haben sollte, erzählt Dieter Heidegger, Geschäftsführer des Veranstalters.

Dass viele das offenbar genauso sehen, zeigen die Anmeldezahlen. Rund einen Monat vor dem Start waren bereits mehr als 13.500 Menschen gemeldet, am Ende rechnet Heidegger mit etwa 14.000 Anmeldungen.

Erstmals musste eine Distanz vorzeitig geschlossen werden: Am 1. August war der Halbmarathon mit 7000 Teilnehmern ausverkauft.

„Die Insel, so schön sie ist, verträgt halt auch nur eine gewisse Anzahl an Menschen“

, sagt Heidegger.

Eine Warteliste gibt es nicht.

Auch die klassische Marathondistanz wächst: Erstmals haben sich mehr als 3000 Menschen für die 42,195 Kilometer angemeldet. Neben dem weltweiten Laufboom sieht Heidegger vor allem die besondere Lage als Grund. „Es ist sicher diese Einmaligkeit mit den drei Ländern und dem Bodensee in Kombination.“ Der größte Teil der Läufer kommt weiterhin aus Deutschland, der internationale Anteil wächst. Der Lauf findet am 11. Oktober statt.

Der Blick von oben zeigt es: Die Hafenpromenade ist voller Läuferinnen und Läufer zum 18. Sparkasse-Drei‑Ländermarathon – dabei sind hier auf dem Bild die rund 2600 Teilnehmer der Königsdisziplin schon auf der Strecke, es sind also „nur“ noch rund 10.000 Menschen.

Damit sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer besser verteilen, wurde der Start neu aufgeteilt. Um 9.45 Uhr gehen Marathon, Staffelmarathon und Viertelmarathon in Lindau auf die Strecke, um 10.30 Uhr folgen Halbmarathon und Nordic Walking.

So entstehen zwei annähernd gleich große Startfelder. Für Stimmung schon vor dem Start sorgt die Vorarlberger Rock’n’Roll-Band „The Monroes“, die ab 9 Uhr an der Lindauer Hafenpromenade spielt und Läufer wie Zuschauer auf den Marathonvormittag einstimmt.

Nicht nur der Sport profitiert

Für die Region bedeutet der Marathon weit mehr als ein Sportereignis. Nach Erhebungen der Veranstalter bringt jeder Teilnehmer durchschnittlich 0,8 Begleitpersonen mit. Wer von weiter weg anreist, bleibt oft mehrere Tage. „Je weiter weg die Leute herkommen, umso früher kommen sie und umso länger bleiben sie“, sagt Heidegger.

Davon profitieren Hotels und Gastronomie ebenso wie Handel, Freizeiteinrichtungen und andere Dienstleister – gerade im Oktober, wenn die touristische Hauptsaison vorbei ist. Heidegger lobt auch die Zusammenarbeit mit den Behörden in allen drei Ländern. Sie würden sehr positiv und lösungsorientiert mitarbeiten und sehen, „dass das mittlerweile etwas ist, das der Region in dieser Zeit sehr gut tut“.

Carlos und Alejandro aus Mexiko beim Lauf 2025.

Startnummer wird zum Museumsticket

Die Veranstalter verbinden den Marathon deshalb bewusst mit Angeboten in der Region. Mit ihrer Startnummer können Läufer unter anderem das Cavazzen-Museum und das Kunstforum Hundertwasser in Lindau sowie das Vorarlberg Museum in Bregenz kostenlos besuchen. Gerade Gäste von weiter her seien für solche „Side-Events“ sehr dankbar, sagt Heidegger.

Auch die Anreise ist abgestimmt: Sonderschiffe bringen Teilnehmer am Sonntag von Bregenz nach Lindau, die Startnummer gilt als Fahrschein. Auch Bahn und Bus können im vorgesehenen Verkehrsgebiet kostenlos genutzt werden.

800 Helfer halten den Marathon am Laufen

Mit den Teilnehmerzahlen wächst der Aufwand. Rund 800 Helfer sind im Einsatz, etwa 95 Prozent davon ehrenamtlich. „Diese Helfer sind das Rückgrat unserer Veranstaltung“, sagt Heidegger.

In Lindau gehören der TV Reutin und der TSV Oberreitnau seit vielen Jahren zu den festen Partnern; beide waren schon dabei, bevor das heutige Organisationsteam den Marathon übernahm. Nur bei einzelnen logistischen Arbeiten, die sich über mehrere Tage ziehen, setzt das Organisationsteam inzwischen zusätzlich professionelle Kräfte ein. Der überwiegende Teil der Veranstaltung wird weiterhin von Freiwilligen getragen.

Helferinnen und Helfer werden immer wichtiger.

Wenn die Medaille tagelang um den Hals bleibt

Bevor am Sonntag die Erwachsenen starten, gehört der Samstag dem Nachwuchs. Von 10 bis 15 Uhr findet im Bodenseestadion in Bregenz der Kindermarathon statt.

Gerade diese Läufe gehören für Heidegger zu den schönsten Momenten des Wochenendes. Die Distanzen seien bewusst so gewählt, dass die Kinder sie gut bewältigen können. Nicht Leistung und Zeit stehen im Vordergrund, sondern der Spaß.

Heidegger schwärmt von der Aufregung vor dem Start und den strahlenden Gesichtern im Ziel. „Wenn sie dann die Medaille bekommen, legen manche sie ein paar Tage gar nicht mehr ab, weil sie so stolz auf sich sind.“ Die Teilnahme ist kostenlos. Und vielleicht kommt der eine oder andere später zurück. Dann für eine längere Strecke. „Das sind unsere Läufer für später.“

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