Vier Wasserstoffbusse für den Regionalverkehr

Fünf Menschen stehen vor einem Bus.
Vanessa Gasser, Erik Jahn (beide Landkreis Lindau), Landrat Elmar Stegmann, Klaus Burkhard und Röthenbachs Bürgermeister Stephan Höß (von links) freuen sich über die neuen Busse.
Foto: Nadja Krassik

Die Busse sind ins Liniennetz integriert und Teil des im Dezember 2023 gestarteten ÖPNV-Konzepts des Landkreises.

„Mit diesen Wasserstoffbussen setzen wir nicht nur eine EU-Verordnung um, sondern investieren aktiv in eine saubere und zukunftssichere Mobilität für unsere Bürger“, wird Landrat Elmar Stegmann in einer Pressemitteilung zitiert. „Es ist uns gelungen, eine herausfordernde Topografie und winterliche Kälte in eine Stärke umzuwandeln – denn genau unter diesen Bedingungen spielt die Wasserstoff-Technologie ihre Vorteile besonders gut aus.“

Das im Dezember 2023 gestartete ÖPNV-Konzept des Landkreises schrieb – neben konventionellen Diesel-Angeboten – verpflichtend die Option eines Wasserstoffantriebs vor. Den Zuschlag erhielt das Busunternehmen Burkhard-Reisen aus Lindenberg. Die neuen Busse werden auf den Linien zwischen Lindau und Weiler und zwischen Röthenbach und Lindenberg, Scheidegg oder Oberstaufen eingesetzt. 

Die Anschaffung von Wasserstoffbussen ist deutlich teurer als die von Dieselbussen. Um die Mehrkosten abzufedern, habe sich der Landkreis 2022 erfolgreich um eine Förderung des Bundes beworben. „Diese ermöglichte die Finanzierung der vier Brennstoffzellenbusse mit 80 Prozent der Mehrkosten im Vergleich zu einem Dieselfahrzeug“, heißt es in der Pressemitteilung. Die jährliche Förderung von 115.200 Euro konnte an das Busunternehmen übertragen werden, das für die Beschaffung zuständig ist.

Die Busse werden jährlich rund 383.000 Kilometer zurücklegen. „Dies entspricht 22 Prozent der gesamten ÖPNV-Leistung im Landkreis Lindau“, heißt es in der Pressemitteilung. Der Landkreis finanziere den Betrieb jährlich mit rund 2,7 Millionen Euro nach Abzug der Förderung.

Busse sollen schon bald geliefert werden

Die Busse werden voraussichtlich im Herbst geliefert und ersetzen dann die aktuell eingesetzten Übergangsfahrzeuge. Um sie zu tanken, hat das Busunternehmen Burkhard Reisen eine mobile Wasserstoff-Tankstelle in Röthenbach eröffnet. „Der verwendete grüne Wasserstoff wird mittels Wasserelektrolyse aus erneuerbaren Energien erzeugt und kommt von den Sauerstoffwerken Friedrichshafen“, schreibt das Landratsamt. Dadurch seien die Busse komplett CO2-emissionsfrei unterwegs.

Für die Fahrgäste bedeute die neue Technologie vor allem eines: eine deutlich leisere Fahrt, da die Brennstoffzelle einen Elektromotor antreibt. „Das ist nicht nur angenehm für die Ohren, sondern auch ein weiterer Pluspunkt für die Umwelt.“

Langfristig plane das Busunternehmen den Bau einer großen Wasserstoff-Tankstelle mit mehreren Zapfsäulen für Busse, Lastwägen und Autos sowie den Bau eigener Photovoltaik-Anlagen zur lokalen Wasserstoffproduktion. Einen Förderbescheid über zwei Millionen Euro vom bayerischen Wirtschaftsministerium, der etwa die Hälfte der Baukosten deckt, gebe es bereits.

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