Alte Gemäuer von innen anschauen

In der Villa Elena treten die Gäste über die Türschwelle des Gebäudes und werfen einen Blick ins Innere.
Foto: Stadt Lindau

Die Stadt Lindau beteiligt sich am bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 14. September. Die Veranstaltung beginnt um 10 Uhr mit einer Begrüßung der Oberbürgermeisterin Claudia Alfons im historischen Kellergewölbe des Cavazzen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Im Anschluss können die Besucherinnen und Besucher neun ausgewählte Denkmale im Stadtgebiet besichtigen. Die Führungen finden zu festgelegten Zeiten statt, Treffpunkt ist jeweils direkt am Denkmal – Anmelden können sich Interessierte ab sofort.

Diese Denkmale können besichtigt werden

 Cavazzen

Im Lindauer Stadtmuseum widmen sich die Gäste dem Thema „Spannungsfeld – was ist Wert?“. Hilmar Ordelheide, Leiter der Hochbauabteilung der Stadt Lindau, führt durch das ehemalige Patrizierhaus mit dem geschweiften Mansarddach und berichtet aus der Bauzeit. Start der Führung ist um 11 Uhr.

Ehemaliges Wohnhaus – neue Nutzung Hotel, auf der Lindauer Insel in der Grub

Bei diesem Baudenkmal wird das Thema „Denkmalschutz im Prozess – Neue Nutzung Hotel“ genauer betrachtet. Die Architektin und Bauherrin Eva Rudolph stellt ihr Bauvorhaben vor. Es handelt sich um ein viergeschossiges Eckhaus mit giebelständigem Satteldach und Aufzugsgaube. Die Führung beginnt um 11 Uhr. 

Leuchtturm

Am Lindauer Leuchtturm erfahren die Zuhörerinnen und Zuhörer Spannendes rund ums Thema „Lindauer Stadtgeschichte“. Dabei führt die Lindau Tourismus und Kongress GmbHdurch den Leuchtturm, der 1856 fertiggestellt wurde. Führungen gibt es sowohl um 11 als auch um 11.30 Uhr.

Mangturm

Um das Thema Lindauer Stadtgeschichte geht es auch im Mangturm. Die LTK führt durch den ehemaligen Wach- und Signalturm, der im 12. und 13. Jahrhundert erbaut wurde. Die Führungen starten ebenfalls um 11 und 11.30 Uhr.

Villa Elena in Bad Schachen

In der Villa Elena treten die Gäste über die Türschwelle des Gebäudes und werfen einen Blick ins Innere. Das Thema: „Wohnen im Baudenkmal – Erfahrungsbericht einer Bewohnerin“. Eine Mitbewohnerin führt durch die ehemalige Villa von Seutter, eine prächtige Anlage im Stil der italienischen Spätrenaissance, die von Eugen Drollinger 1891 bis 1893 erbaut wurde. Start der Führung ist um 15 Uhr.

Hoyerbergschlössle

Thema: „Die Geschichte des Baudenkmals und seine historische Verbindung zum Torggel“. Eugen Baumann, Zweiter Vorsitzender des Fördervereins für die Instandsetzung und Nutzung des Weintorggels am Hoyerberg, führt durch das Hoyerbergschlössle, schreibt die Stadt Lindau. Dabei handelt es sich um einen zweigeschossigen, nach Süden ausgerichteten Saalbau mit Satteldach und seitlichen Loggien. Start der Führung ist um 14 Uhr.

Torggel

Einen Blick ins Innere werfen die Gäste auch beim Lindauer Weintorggel. Dabei erfahren die Gäste mehr über die Geschichte des Weintorggels und seine historische Verbindung zum Hoyerbergschlössle. Eugen Baumann führt durch den historischen Torggel, der 1776 errichtet wurde. Los geht es um 16 Uhr.

Wankelgebäude

Im Wankelgebäude dreht sich alles um das Thema „Alte Nutzung für altes Gebäude“. Stadtbaumeister Kay Koschka führt durch das ehemalige Wankel-Forschungsinstitut. Dabei handelt es sich um einen verglasten Skelettbau mit abgerundeten Ecken und rundem Treppenturm nach einem Entwurf von Felix Wankel. Zusätzlich können zwei bis drei Ro 80-Limousinen besichtigt werden – eine der wenigen Serienfahrzeuge mit einem Wankelmotor. Start der Führungen ist um 10. 30 und 12 Uhr.

Lindenhofpark

Hinaus in die Natur geht es im Lindenhofpark. Die Führung steht unter dem Motto „Historische Parkanlage – Pflege und Erhalt“. Marigret Brass-Kästl, Vorsitzende des Fördervereins Gartendenkmal Lindenhofpark, führt durch den weitläufigen Park im englischen Stil. Angelegt wurde dieser von Maximilian Friedrich Weyhe um das Jahr 1845. Die Führung beginnt um 14 Uhr.

Anmeldung ist notwendig

Wer an einer Führung teilnehmen möchte, muss sich vorher anmelden. Die Anmeldung ist ab sofort per E-Mail an denkmalschutz@lindau.de möglich. Darin muss der Name des Denkmals, die jeweilige Führung mit Zeitangabe und der Name der Teilnehmenden enthalten sein. Da die Plätze begrenzt sind, zählt das Datum des E-Mail-Eingangs. Die Teilnahme gilt nur als bestätigt, wenn Interessierte eine Bestätigungsmail erhalten. Darin finden sich weitere Details zur Führung. Die Teilnahme ist kostenlos.

Seit dem Start der Initiative im Jahr 1993 hat Lindau laut Pressemitteilung der Stadt – mit Ausnahme von 2020 bis 2024 – bereits 27 Mal teilgenommen. Ziel sei es, Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zu sonst verschlossenen historischen Gebäuden zu ermöglichen und das Bewusstsein für den Wert und die Bedeutung von Denkmalschutz zu stärken. Die Aktion findet jährlich am zweiten Sonntag im September statt. Sie wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert und zählt zu den größten Kulturevents Deutschlands.

Das diesjährige Motto „Wertvoll: unbezahlbar oder unersetzlich?“ rege zur Auseinandersetzung mit der Frage an, welchen ideellen und gesellschaftlichen Wert Denkmale für unsere Städte und unser Leben haben. Denn wer in einem historischen Gebäude lebt oder arbeitet, wisse: Der wahre Wert eines Baudenkmals lasse sich nicht in Zahlen messen – er liege in der Geschichte, die es erzählt, und in der Atmosphäre, die es vermittelt.

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