Hergensweiler spendet 10.000 Euro fürs Bürgermobil

Ein Mann hält einen Vortrag in einer Halle.
Johannes Buhmann berichtete in der VG Sigmarszell von den positiven Erfahrungen im Argental. Seit über vier Jahren fährt dort das Bürgermobil, getragen von einem Verein mit inzwischen 340 Mitgliedern. Foto: Susi Donner

Mehr Mobilität für Menschen, die nicht einfach so ins Auto steigen können: Die Gemeinde Hergensweiler unterstützt die Gründung eines Bürgermobil-Vereins mit einem Zuschuss von 10.000 Euro. Der Gemeinderat stimmte dem Antrag in seiner jüngsten Sitzung einstimmig zu – ein deutliches Zeichen für das soziale Projekt, das bereits in anderen Orten des Landkreises Lindau erfolgreich läuft.

Im März 2025 wurde das Modell im Rahmen von drei Bürgerveranstaltungen in der VG Sigmarszell (Sigmarszell, Hergensweiler, Weißensberg) vorgestellt. Das Interesse war groß – nicht nur bei potenziellen Fahrgästen, sondern auch bei Engagierten, die selbst mithelfen wollen. Bürgermeister Wolfgang Strohmaier bestätigte: „Es haben sich bereits Freiwillige für den Fahrdienst und sogar für Vorstandsposten gemeldet.“

20.000 Euro vom Landkreis

Mittlerweile steht auch fest: Das Projekt wird umgesetzt. Gerade stellt sich ein Vorstand für einen entsprechenden Verein zusammen.

Der Landkreis Lindau unterstützt die Vereinsgründung mit einem Zuschuss von bis zu 20.000 Euro für die Anschaffung des Fahrzeugs. Damit Planungssicherheit besteht, hatte Seniorenbeauftragte Bärbel Schmid angeregt, dass jede Gemeinde der Verwaltungsgemeinschaft zusätzlich 10.000 Euro bereitstellt.

„Ein Bürgermobil würde unserer Gemeinde gut tun“, sagte Gemeinderat Alfred Biesenberger. Martin Heimpel sprach von einer „super Sache, die eine Anschubfinanzierung verdient hat“, und auch Frank Wawrzyniak war überzeugt: „In den Argentalgemeinden läuft es hervorragend – der Verein trägt sich dank Sponsoren und Spenden fast vollständig selbst.“

Auch Sibylle Englmann zeigte sich begeistert vom Engagement: „Ich kann mir vorstellen, dass das ein sehr gefragtes Modell wird.“ Constanze Heim betonte, wie wichtig ein solides, personell unabhängiges Vereinsfundament sei.

Das Bürgermobil ist ein ehrenamtlich organisierter Fahrdienst für ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen. Vereinsmitglieder übernehmen mit einem gemeinsam angeschafften Fahrzeug Fahrten innerhalb der Region – kostenlos und ausschließlich für private Zwecke. Um Konflikte mit dem Personenbeförderungsrecht zu vermeiden, dürfen keine entgeltpflichtigen Fahrten oder solche im Auftrag von Krankenkassen übernommen werden. Ein ähnliches System funktioniert bereits erfolgreich in den Argental-Gemeinden – mit großem Zuspruch aus der Bevölkerung.

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