Umstritten, aber ortsbildprägend: Gemeinderat stimmt für den Erhalt von drei Pappeln

Die Pappeln in der Austraße machen zwar viel Schmutz, sie sind aber ortsbildprägend. Deshalb dürfen sie auch stehen bleiben.
Foto: Isabel de Placido

Die Pappeln in der Austraße dürfen bleiben. Das hat der Bodolzer Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Nachdem Gemeinderat Gebhard Marte auf der vorletzten Sitzung beantragt hatte, die Bäume fällen zu lassen, hatte der Gemeinderat nun darüber diskutiert. Einstimmig war das Ergebnis jedoch nicht.

Klebrige Blüten im Frühjahr und viel Laub im Herbst machen den Anwohnerinnen und Anwohnern der Austraße zu schaffen. Schuld daran sind die drei großen Pappeln, die am Wegesrand wachsen. Weil diese den Anwohnern viel Arbeit verursachen und ihre Häuser verschmutzen, hatten sie sich an Gebhard Marte gewandt. Der Gemeinderat der Bürgerschaft Bodolz (BB) hatte daraufhin den Antrag gestellt, die Bäume fällen zu lassen. Aber nicht nur wegen der Anwohner. Weil sie regelmäßig geschnitten werden müssten, würden die Pappeln der Gemeinde viel Geld kosten, sagte er. Und zwar alle fünf Jahre insgesamt 3200 Euro pro Schnitt.

„Das sind teure Bäume, die da stehen. Die haben einen Goldrand“, so Marte. Dabei seien Pappeln ökologisch relativ wertlos und gehörten prinzipiell nicht in ein Wohngebiet, so seine Argumentation. Die Pappeln hätten früher auf der grünen Wiese gestanden. Als dann die Gemeinde den Gehweg gebaut habe, seien die Bäume in deren Eigentum übergegangen, erinnerte Gebhard Marte.

„Ich bin dagegen. Das sind drei ortsbildprägende Bäume. Die machen grün. Laub gehört zu Bäumen dazu“

, widersprach Andreas Durrer, Unabhängige Bürger Bodolz (UBB) dem Antrag.

Er betonte, dass es laut Baumpfleger keine sicherheitsrelevanten Bedenken gegen die Pappeln gebe.

Auch Peter Sauter (UBB) sprach sich dagegen aus, sie zu fällen. Vor allem, weil Schwarzpappeln ökologisch „sehr wertvoll“ seien. Helga Glemser (UBB) verwies auf deren Kohlendioxid-speichernde Funktion sowie ihren Beitrag zur Grundwasserqualität. Auch Alexandra Natterer (BB) wandte sich gegen die Fällung und schlug stattdessen vor, die Anwohner zu unterstützen. Denn: „Da wurden schon Garagen mit Schneeschaufeln freigeräumt.“

Soll der Bauhof unterstützen?

„Es ist unbestritten, dass die Bäume viel Schmutz machen“, sagte Bürgermeister Felix Eisenbach und berichtete von einem Gespräch mit einem Baumpfleger, der empfohlen hatte, die Bäume zu fällen und stattdessen männliche Pappeln zu pflanzen. Letztendlich läge jedoch die Entscheidung beim Gemeinderat.

Zum Vorschlag von Alexandra Natterer, dass der Bauhof oder die Jungs des Arbeitsprojekts „Gewusst wie“ in irgendeiner Weise beim Beseitigen der Blätter helfen könnten, gab er zu bedenken, dass sich andere Bürger mit Laubproblemen ungerecht behandelt fühlen könnten.

Wie stimmte der Gemeinderat ab?

Rätin Edith Ott (BB) wies darauf hin, dass der Gemeinderat bei der Planung der neuen Kita extra das Gebäude gedreht habe, um auf dem Grundstück stehende Bäume zu erhalten. Dass jetzt ortsbildprägende Bäume gefällt werden sollen, nur weil sie „Dreck“ machen, „ist für mich sehr inkonsequent“, sagte sie.

Während Nadja Krammer-Dinkelbach (CSU) Verständnis für die Anwohner hatte und vorschlug, eine der drei Pappeln „extremer zuzuschneiden“ oder zu fällen, sprach sich Franz Joachim (UBB) für den Erhalt der Bäume aus und schlug vor, dass Anwohnerinnen ihre Gebäude mit Netzen vor zu viel Laub schützen könnten. „Verständnis für die Anwohner haben alle. Die Frage ist nur, fällt man vitale Bäume, die keine Gefahr darstellen. Kann man das verantworten?“

Die Antwort des Gemeinderates lautete eindeutig „nein“. Lediglich der Antragsteller Gebhard Marte und Thomas Freilinger (BB) wollten die Pappeln gefällt wissen.

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