Lindauer Verein warnt vor asiatischer Hornisse

Die asiatische Hornisse. Foto: LWG

Die asiatische Hornisse bedroht Bienen und andere Insekten. Auch in Bayern wurde die aus Südostasien stammende invasive Art inzwischen mehrfach nachgewiesen, teilt der Lindauer Bienenzuchtverein mit. Im Landkreis Lindau wurde sie noch nicht gesichtet, so Kurt Motz, Schriftführer des Vereins. 

„Wir rechnen aber damit, dass dies noch dieses Jahr oder 2027 eintreten wird.“ Damit die Hornisse sich nicht ausbreitet, müsse man früh reagieren und Sichtungen melden.

In Bayern sei das Tier 2023 zum ersten Mal entdeckt worden, damals habe man auch Nester gefunden. Besonders betroffen sei Unterfranken, einzelne Funde habe es auch in Oberbayern, Schwaben, Mittel- und Oberfranken sowie am Bodensee gegeben.

„Diese Nester sind wahrscheinlich von Königinnen gegründet worden, welche durch Frachtverkehr verschleppt wurden.“ Dadurch könne die invasive Art auch plötzlich in Regionen auftauchen, die bisher weit von ihrem bisher bekannten Verbreitungsgebiet entfernt gelegen waren.

Besonders Honigbienen seien gefährdet. Die Hornissen lauerten häufig vor Bienenstöcken auf heimkehrende Bienen und erbeuteten sie, um ihre Brut mit Eiweiß zu versorgen. „Bei starkem Jagddruck können Bienenvölker ihren Flugbetrieb einstellen. Dadurch fehlt ihnen Nahrung und im schlimmsten Fall kann das Volk zusammenbrechen.“

Auch andere Insekten stehen auf dem Speiseplan der Asiatischen Hornisse. Dazu gehörten unter anderem Wildbienen, Schmetterlinge und Käfer. Die Auswirkungen auf die heimische Tierwelt sei bislang nicht vollständig absehbar.

Gefahr für Obst- und Weinbau

Neben Insekten frisst die Asiatische Hornisse auch zuckerhaltige Nahrung. Reife Früchte können dabei beschädigt werden. In Frankreich, Spanien und Portugal sind bereits Schäden im Obst- und Weinbau dokumentiert. In besonders stark betroffenen Gebieten seien Ernteausfälle festgestellt worden.

Ob sich solche sogenannten Hotspots auch in Bayern entwickeln, ist derzeit noch unklar.

So lässt sich die Asiatische Hornisse erkennen

Die Asiatische Hornisse ist zu einem großen Teil schwarz. Auffällig sind ihre gelben Beinenden und der gelbe Bereich am Hinterleib, schreibt der Verein.

Im Frühjahr bauen die Königinnen zunächst kleine Nester, häufig in Hecken, an Gebäuden oder an anderen geschützten Stellen. Im Laufe des Sommers entstehen daraus teilweise große Sekundärnester, die meist hoch oben in Bäumen hängen. Diese können bis zu einem Meter groß werden.

Wer ein verdächtiges Tier oder Nest entdeckt, sollte Abstand halten und nicht selbst versuchen, es zu entfernen.

Sichtungen melden

Eine frühzeitige Erkennung soll helfen, die weitere Ausbreitung der Asiatischen Hornisse einzudämmen. Verdächtige Tiere oder Nester können über die bayerische Meldeplattform Beewarned gemeldet werden. Dafür genüge ein Foto, das anschließend von Fachleuten überprüft wird.

Die Verwendung von Fallen sei nicht erlaubt. Auch Nester sollten nicht selbst entfernt werden.

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