Lindauer Klinik hat mehr Patienten wegen der Hitze – umfassende Klimatisierung fehlt

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Lindau
Die Asklepiosklinik in Lindau.
Foto: Jens Lindenmüller

Immer mehr Patientinnen und Patienten kommen mit hitzebedingten Beschwerden in die Lindauer Asklepios Klinik.

„Wir beobachten in Hitzeperioden vermehrt Patientinnen und Patienten mit Kreislaufbeschwerden, Schwindel, Flüssigkeitsmangel oder einer Verschlechterung bestehender Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen“, schreibt Kliniksprecher Franz Jürgen Schell auf Nachfrage.

An Kapazitätsgrenzen stoße die Klinik deshalb aber noch nicht.

Hitzebedingte Todesfälle habe es in der Asklepiosklinik bisher nicht gegeben, schreibt der Sprecher. Ob die hohen Temperaturen bei Todesfällen mit einer anderen Ursache eine Rolle gespielt haben, lasse sich für die vergleichsweise kleine Patientengruppe der Klinik jedoch nicht seriös sagen, so Schell.

Klimaanlagen nur an manchen Orten

Besonders im Blick habe das Klinikpersonal diejenigen, für die große Hitze besonders belastend werden kann. Die Pflege- und Behandlungsteams kontrollieren deren Kreislauf genauer und achten darauf, dass sie genug trinken.

Wenn die Temperaturen steigen, versucht die Klinik vor allem, die Hitze aus den Patientenzimmern herauszuhalten. Räume werden beschattet und zu den kühleren Tageszeiten gelüftet. Wo es medizinisch und hygienisch möglich ist, kommen Ventilatoren zum Einsatz. Patienten, bei denen die Hitze besonders problematisch werden könnte, werden genauer beobachtet.

Operationssäle und andere „sensible Bereiche“ sind klimatisiert. Klimaanlagen in der gesamten Klinik gibt es dagegen nicht. Das liegt laut Kliniksprecher Schell vor allem an den baulichen Gegebenheiten des Gebäudes.

Bei einem Neubau – der gerade im Kreistag diskutiert wird – solle der Hitzeschutz deshalb von Anfang an mitgedacht werden, findet Schell. Davon würden nicht nur die Patienten profitieren, sondern auch die Beschäftigten. Denn für sie sind heiße Tage ebenfalls anstrengend – besonders dort, wo körperlich gearbeitet wird.

Das fordern Krankenhäuser von der Politik

Deshalb gibt es Erfrischung: Zusätzliches Wasser, Eis und Wassermelonen werden an die Mitarbeitenden verteilt. „Solche Maßnahmen können die Belastung nicht vollständig ausgleichen, den Arbeitsalltag bei großer Hitze aber etwas erleichtern.“

Dass sich an den Bedingungen grundsätzlich etwas ändern muss, sieht die Klinik nicht allein als ihre Aufgabe. Auch politisch müsse sich etwas bewegen. Klimaanlagen seien in Krankenhäusern – abgesehen von medizinisch sensiblen Bereichen – bislang weder grundsätzlich gesetzlich vorgesehen noch würden entsprechende Investitionen von den Bundesländern gefördert.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordere ein Umdenken und verweise auf die steigende Zahl hitzebedingter Todesfälle in Deutschland.

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