Klimaschutz finanzieren, Berghütten umbauen: Das fordern die Grünen im Landkreis

Die Lindauer Hütte liegt im Montafon in Vorarlberg auf rund 1.744 Metern Höhe am Fuße der Drei Türme. Foto: Ronja Straub

Der Deutsche Alpenverein (DAV) fordert in einem offenen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz und die Bundesregierung, Natur- und Klimaschutz stärker zusammenzudenken und verlässlich zu finanzieren. Der Kreisverband Lindau von Bündnis 90/Die Grünen unterstützt die Forderungen, wie er mitteilt.

„Gerade in Lindau und im Westallgäu zeigt sich, wie eng Bodensee und Alpen miteinander verbunden sind“, heißt es. Was in den Bergen passiert, wirke sich auf den Wasserhaushalt der gesamten Region aus. Der niedrige Pegelstand des Bodensees führe bereits zu Einschränkungen für Schifffahrt, Wassersport und touristische Angebote. Langfristig stelle sich auch die Frage nach der Wasserversorgung.

„Klimaschutz ist für uns in Lindau und im Westallgäu kein theoretisches Thema, sondern eine Frage unserer Lebensqualität und Sicherheit“, wird Co-Kreissprecher Maximilian Schön zitiert. „Wir müssen jetzt handeln, damit unsere Region lebenswert bleibt. Deshalb unterstützen wir die Forderung des DAV, die Klimaziele für 2030 und 2040 einzuhalten. Jede staatliche Investition und jedes neue Gesetz muss zudem darauf geprüft werden, ob es zum Klimaschutz beiträgt oder die Erderhitzung weiter verschärft.“

Eine zentrale Rolle spielten für Moore und Bergwälder. Sie speicherten Kohlenstoff und können zugleich dazu beitragen, die Folgen von Extremwetter abzumildern. Der Schutz und die Wiederherstellung dieser Ökosysteme seien deshalb ein wichtiger Bestandteil einer vorsorgenden Klimapolitik. Damit verbinden die Grünen auch ihre Forderung, den Flächenverbrauch zu reduzieren und mehr Raum für Natur zu schaffen.

Der Kreisverband Lindau fordert die Bundesregierung auf, die zentralen Forderungen des DAV umzusetzen:

  • Natur- und Klimaschutz verlässlich finanzieren: Die entsprechenden Mittel im Bundeshaushalt dürfen nicht gekürzt werden. Finanzierungszusagen für die kommenden Jahre müssen verlässlich sein.
  • Geschädigte Natur wiederherstellen: Die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur soll zügig umgesetzt und ausreichend finanziert werden. Davon sollen insbesondere Moore und Wälder profitieren.
  • Bus und Bahn ausbauen: Gerade in touristisch stark frequentierten Bergregionen braucht es einen besseren öffentlichen Nahverkehr, um den Autoverkehr zu reduzieren.
  • Berghütten zukunftsfest machen: Hütten und Wege müssen an die Folgen des Klimawandels angepasst werden. Der Umbau soll unter anderem einen wassersparenden Betrieb auch bei zunehmender Trockenheit ermöglichen.

Gleichzeitig lehnen die Grünen eine Aufweichung des Alpenschutzes ab. Lockerungen bei Umweltprüfungen, um etwa den Bau neuer Skipisten oder einen verstärkten Einsatz von Schneekanonen zu erleichtern, seien angesichts der Klimakrise der falsche Weg. Maßnahmen zum Bürokratieabbau dürften nicht dazu genutzt werden, Natur- und Umweltschutz auszuhöhlen.

„Die Warnungen des DAV müssen ernst genommen werden“, so die Grünen Lindau. „Unsere Natur muss jetzt widerstandsfähiger für die kommenden Veränderungen gemacht werden. Dafür braucht es eine langfristig gesicherte Finanzierung statt jährlicher Unsicherheit.“

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