Die Bürgerunion möchte über einen entsprechenden Antrag abstimmen. Was hältst du davon? Rede mit!
Die Diskussion ist vermutlich fast so alt wie das Fahrrad selbst – und wird auch in Lindau regelmäßig geführt. Gefährden Fahrradfahrer in der Fußgängerzone die Sicherheit für Fußgänger? Theo Kiapidis findet: ja.
„Mehrere Anwohnerinnen und Anwohner der Lindauer Insel, insbesondere ältere Menschen, haben darauf hingewiesen, dass sie sich aufgrund teilweise rücksichtslosen Verhaltens einzelner Fahrradfahrer in der Fußgängerzone zunehmend unsicher fühlen“, schreibt er in seinem Antrag für die Bürgerunion, über den der Hauptausschuss abstimmen soll.
Die Stadtratsfraktion fordert, dass innerhalb der Fußgängerzonen auf der Lindauer Insel sämtliche Verkehrsschilder mit dem Zusatzzeichen „Fahrrad frei“ entfernt und stattdessen Schilder mit einem Radverkehrsverbot angebracht werden.
Radverkehr ist in verschiedenen Bereichen unterschiedlich geregelt
„Insbesondere in engen Bereichen und Seitengassen kommt es immer wieder zu unübersichtlichen Situationen, in denen Fußgänger, Familien mit Kinderwagen, ältere Menschen sowie mobilitätseingeschränkte Personen dem Fahrradverkehr ausweichen müssen“, so die BU.
Dies widerspreche dem eigentlichen Charakter einer solchen Zone, in der Fußgänger grundsätzlich Vorrang haben.
Theo Kiapidis (BU).
Wann Fahrradfahrer radeln dürfen und wann sie absteigen und schieben müssen, ist in den verschiedenen Fußgängerzonen auf der Insel aktuell unterschiedlich geregelt. In der Maximilianstraße und Cramergasse ist Radfahren zum Beispiel immer dann erlaubt, wenn auch der Lieferverkehr die Fußgängerzone nutzt: montags bis freitags von 6.30 Uhr bis 11 Uhr, samstags von 6.30 Uhr bis 9 Uhr.
Allerdings sei die Verkehrssituation gerade während der Lieferzeiten in der Maximilianstraße, der Cramergasse sowie den angrenzenden Bereichen ohnehin angespannt, findet Kiapidis, der auf der Insel selbst mehrere Geschäfte betreibt.
Wenn zu dieser Zeit noch Radlerinnen und Radler unterwegs sind, erhöhe dies das Konfliktpotenzial unnötig. Das Argument, Fahrradfahrer müssten während der Lieferzeiten denselben Status wie Lieferfahrzeuge erhalten, greift aus Sicht der BU nicht.
In der Grub ist Radeln immer erlaubt. Foto: Julia Baumann-Scheyer
In der Grub ist Fahrradfahren aktuell zu jeder Zeit erlaubt, am Hafen nie. Kiapidis wünscht sich also auf der ganzen Insel eine Regelung wie am Hafen. Damit sich Radfahrerinnen und Radfahrer am Ende auch wirklich daran halten, sollen sollen Schilder und am Hafen zusätzliche Bodenmarkierungen darauf hinweisen, dass sie absteigen müssen.
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Ich glaube auch, dass es besser wäre, in der Cramergasse in der Saison keine Fahrräder zu erlauben. – Auch die Grub ist für einen selbst gemächlichen Radldurchgansverkehr in der Saison zu eng. – Man könnte aber den Radlverkehr für die Monate, in denen nach langjährigster Erfahrung nix los ist, zulassen. – Und wenn dann doch mal ein Anwohner dort radlt… man wird es eh nicht perfekt kontrollieren können. Insofern: Schilderwald weg (liest eh keiner..), Fußgängerzone wegen beengter Verhältnisse … und ein bisschen relaxed damit umgehen, wenn sich dann doch mal einer mit Radl dorthin „verirrt“; ist mir auf dem Weg zum Arzt zu oder zu einem Termin auch schon „passiert“. 😉
Hallo Uwe
Andere Städte machen das ja vor: In Zeiten, wenn nichts los ist: Erlaubt in der Nebensaison und außerhalb der Touristensaison oder abends ab einer bestimmten Uhrzeit …
Das war genau mein Gedanke, Ulrike.
Für mich ist es selbstverständlich rücksichtsvoll zu fahren, egal ob auf einem Radweg, der Straße, oder auf der Insel auf für Fahrräder freigegebenen Wegen.
Diejenigen die nicht auf andere achten, werden sich weder an Schilder, noch an Markierungen am Boden halten.
Bis jetzt hat es doch gut funktioniert? Ich gehe davon aus, dass jede und jeder erkennt, wann es möglich ist, in der Fußgängerzone langsam zu radeln oder lieber abzusteigen. Es gibt so viele Zeiten auf der Lindauer Insel, wenn gar nichts oder fast nichts los ist. Dann ist es doch absurd, aus Prinzip das Rad zu schieben. Ich kenne die Insel als Fußgängerin und als Radlerin.
Wie wäre es mit Politik statt aus dem Bauch heraus mal evidenzbasiert? Man prüft, welche Art Unfälle an welcher Stelle in Lindau die größten Probleme sind (Häufigkeit+Schwere) – und löst das zuerst. Unfallstatistik gibt es doch.
Es wird immer unverschämter was sich gelangweilte Möchtegerne, welche größtenteils gar nicht auf der Insel wohnen, an Vorschriften und Verboten für die geplagten Inselbewohner und Hausbesitzer ausdenken. Als ob nicht schon der Denkmalschutz schmerzhaft genug ist kommen laufend Änderungen der Parksituation, Zufahrtsgenehmigungen und nicht zuletzt die Verpollerung dazu. In keiner Siedlung gibt es einen derartigen Schilderwahn.
Ich kann Herrn Schluttig nur zustimmen. Solange es keine faktenbasierten Hinweise auf von Radlern verschuldete relevante Unfälle gibt, besteht kein echter Handlungsbedarf. Mein Eindruck ist eher, dass die große Mehrzahl der Radler auf der Insel rücksichtsvoll und verantwortungsvoll unterwegs sind. Und die sehr wenigen Rowdies, die es möglicherweise auch manchmal gibt, lassen sich von einem Verbot eher nicht abhalten. Statt weitere Verbote zu erlassen, sollte die Stadt viel lieber ein rücksichtsvolles Miteinander fördern und propagieren. Abgesehen davon, wenn schon Verbote, sollte zuerst mal der Autoverkehr auf der Insel unter die Lupe genommen werden. Dieser ist nachweislich wesentlich gefährlicher als Fahrradverkehr und es gab dieses Jahr schon Unfälle mit verletzten Fußgängern, die von Autofahrern über den Haufen gefahren wurden. Das scheint aber für die Bürgerunion seltsamerweise kein wichtiges Anliegen zu sein…
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Ich glaube auch, dass es besser wäre, in der Cramergasse in der Saison keine Fahrräder zu erlauben. – Auch die Grub ist für einen selbst gemächlichen Radldurchgansverkehr in der Saison zu eng. – Man könnte aber den Radlverkehr für die Monate, in denen nach langjährigster Erfahrung nix los ist, zulassen. – Und wenn dann doch mal ein Anwohner dort radlt… man wird es eh nicht perfekt kontrollieren können. Insofern: Schilderwald weg (liest eh keiner..), Fußgängerzone wegen beengter Verhältnisse … und ein bisschen relaxed damit umgehen, wenn sich dann doch mal einer mit Radl dorthin „verirrt“; ist mir auf dem Weg zum Arzt zu oder zu einem Termin auch schon „passiert“. 😉
Hallo Uwe
Andere Städte machen das ja vor: In Zeiten, wenn nichts los ist: Erlaubt in der Nebensaison und außerhalb der Touristensaison oder abends ab einer bestimmten Uhrzeit …
Absurd. Dann sind in der Fußgängerzone bis 11 Uhr LKWs im Begegnungsverkehr erlaubt, aber Fahrräder verboten? Wer denkt sich denn so was aus?
Das war genau mein Gedanke, Ulrike.
Für mich ist es selbstverständlich rücksichtsvoll zu fahren, egal ob auf einem Radweg, der Straße, oder auf der Insel auf für Fahrräder freigegebenen Wegen.
Diejenigen die nicht auf andere achten, werden sich weder an Schilder, noch an Markierungen am Boden halten.
Bis jetzt hat es doch gut funktioniert? Ich gehe davon aus, dass jede und jeder erkennt, wann es möglich ist, in der Fußgängerzone langsam zu radeln oder lieber abzusteigen. Es gibt so viele Zeiten auf der Lindauer Insel, wenn gar nichts oder fast nichts los ist. Dann ist es doch absurd, aus Prinzip das Rad zu schieben. Ich kenne die Insel als Fußgängerin und als Radlerin.
Wie wäre es mit Politik statt aus dem Bauch heraus mal evidenzbasiert? Man prüft, welche Art Unfälle an welcher Stelle in Lindau die größten Probleme sind (Häufigkeit+Schwere) – und löst das zuerst. Unfallstatistik gibt es doch.
Es wird immer unverschämter was sich gelangweilte Möchtegerne, welche größtenteils gar nicht auf der Insel wohnen, an Vorschriften und Verboten für die geplagten Inselbewohner und Hausbesitzer ausdenken. Als ob nicht schon der Denkmalschutz schmerzhaft genug ist kommen laufend Änderungen der Parksituation, Zufahrtsgenehmigungen und nicht zuletzt die Verpollerung dazu. In keiner Siedlung gibt es einen derartigen Schilderwahn.
Ich kann Herrn Schluttig nur zustimmen. Solange es keine faktenbasierten Hinweise auf von Radlern verschuldete relevante Unfälle gibt, besteht kein echter Handlungsbedarf. Mein Eindruck ist eher, dass die große Mehrzahl der Radler auf der Insel rücksichtsvoll und verantwortungsvoll unterwegs sind. Und die sehr wenigen Rowdies, die es möglicherweise auch manchmal gibt, lassen sich von einem Verbot eher nicht abhalten. Statt weitere Verbote zu erlassen, sollte die Stadt viel lieber ein rücksichtsvolles Miteinander fördern und propagieren. Abgesehen davon, wenn schon Verbote, sollte zuerst mal der Autoverkehr auf der Insel unter die Lupe genommen werden. Dieser ist nachweislich wesentlich gefährlicher als Fahrradverkehr und es gab dieses Jahr schon Unfälle mit verletzten Fußgängern, die von Autofahrern über den Haufen gefahren wurden. Das scheint aber für die Bürgerunion seltsamerweise kein wichtiges Anliegen zu sein…