Tausende strömen am Wochenende nach Nonnenhorn. Die Stimmung ist ausgelassen, und der niedrige Bodensee-Pegel eröffnet ganz neue Sitzgelegenheiten. Und die Schäffler treten ein letztes Mal auf, bevor es in die siebenjährige Pause geht.
Wer am Wochenende das Nonnenhorner Winzerfest besucht hat, hatte die Qual der Wahl: Die zwölf Weingüter aus Nonnenhorn, Lindau und Wasserburg boten insgesamt 77 Weißweine, Rosés, Sekte oder Seccos an.
Auch in diesem Jahr kamen viele, viele Besucher auf das Gelände rund um den Nonnenhorner Landungssteg, um am Freitag oder Samstag einen, zwei oder mehr Gläser davon zu probieren.
„Das ist hier wirklich sehr schön“, sagt Thomas Gardum. Zusammen mit Freunden hat er einen der langen Tische direkt am Bodenseeufer ergattert. Der Lindauer ist zum ersten Mal auf dem Nonnenhorner Winzerfest, das die Weinbauern vom Bayerischen Bodensee seit vielen Jahren veranstalten.
Die Lindauer Roland Sommer, Thomas Gardum, Katrin Dorfmüller und Alexandra Gardum sind begeistert vom Winzerfest in Nonnenhorn. Foto: Isabel de Placido
Gemeinsam teilen sich die Freunde einen Weißwein. „Die Weinauswahl ist riesig“, sagt Thomas Gardum und gesteht, dass dies jedoch die Auswahl nicht gerade leicht mache. Besonders schätzt er an dem Fest, dass es friedlich zugeht. „Das Publikum ist toll. Alle haben gute Laune und obwohl Alkohol getrunken wird, gibt es keine Streitereien.“
Ein weiterer Pluspunkt sei, dass alles unkompliziert sei. „Man muss vorher keine Eintrittskarten, wie beim Komm und See, kaufen, sondern man kann einfach hingehen.“
Seine Frau Alexandra, ebenfalls eine Lindauerin, die das Winzerfest nicht kannte, ist besonders von dem „wunderbaren Platz“ angetan und später dann zudem noch von der „tollen Musik“. Deshalb, so das Resümee des Ehepaars, zu dem die Freunde kräftig nicken: „Nächstes Jahr kommen wir wieder.“
Ein Stückchen weiter auf der Wiese, wo die Essensstände eine große Runde bilden, werden die Schlangen langsam immer länger. Kässpätzle, Burger, Raclette, Schinkenbrote, Dinnette und heiße Seelen sind nur einige der Leckereien, die die örtlichen Wirte hier anbieten.
Am Stand vom Restaurant Kapelle gibt es sogar „rosa gebratenes Roastbeef mit Kartoffel-Gurkensalat und Barbecuesauce“, das die Gäste auf Porzellantellern bekommen.
Noch sind die Plätze unter den schattenspendenden Bäumen am Landungssteg oder die, bei denen die Füße im Wasser stehen, am heißesten begehrt.
An diesem Freitagabend versinkt die Sonne als roter Ball langsam am Horizont. Das Seeufer und der Landungssteg sind bevölkert mit Menschen, die, mit einem Glas Wein in der Hand, der Sonne zusehen. Viele Handyfotos werden gemacht.
Für eine traumhafte Kulisse beim Winzerfest in Nonnenhorn hat der Sonnenuntergang gesorgt, den viele Besucher auf dem Landungssteg genossen haben. Foto: Isabel de Placido
Zwischen Landungssteg und Hörnle sitzen die Menschen direkt am Strand. An den Stehtischen rund um das Sektzelt drängen sich die Besucher. Viele Nonnenhorner, Lindauer, Wasserburger, Bodolzer und Menschen aus den anderen umliegenden Gemeinden stehen hier beisammen. Retox & Dinny sorgen am Sektzelt für rhythmische Stimmung.
Nicht weniger fetzig geht es auf der Festwiese zu, wo erst die „Combo de Lux“, dann der „Riga Soul Club“ von der Bühne aus das Publikum begeistern. Auch hier wird getanzt.
Auf der Bühne heizt Riga Soul Club den Besuchern mächtig ein. Foto: Isabel de Placido
Das schützende Dach des weißen Festzeltes spielt erst am Samstagabend eine Rolle, als es einmal kurz windet und regnet. An diesem Tag hatten auch die Nonnenhorner Schäffler einen Auftritt, den letzten für die nächsten sieben Jahre.
Julian Gierer vom Weinbauverein Bayerischer Bodensee ist am Ende des Festwochenendes rundum zufrieden. „Wir hatten wieder ein super friedliches Fest mit guter Stimmung und tollen Besuchern, die alle gute Laune hatten und nett, freundlich und gelassen miteinander umgegangen sind“, lautet sein Fazit.
Beide Tage seien gut besucht, aber trotzdem nicht übermäßig voll gewesen. Wegen des niedrigen Wasserstands und der damit verbundenen Möglichkeit, direkt auf dem Ufer zu sitzen, haben sich die Besucher auf viel Fläche verteilt.
Der Wind und der Regen am Samstagabend hätten die Menschen ins Zelt getrieben, wo es dann kurzzeitig richtig „kuschelig“ gewesen sei. Sobald dann klar gewesen sei, dass sich das Wetter verziehe, sei es dann auch draußen wieder voll geworden, berichtet Julian Gierer.
Auf jeden Fall aber hat das Winzerfest nicht nur den Besuchern Spaß gemacht, sondern auch den Veranstaltern. „Es ist zwar immer viel Arbeit, aber uns macht es viel Spaß, gerade, wenn die Stimmung bei den Besuchern super ist. Das ist das, was man dann zurückbekommt.“
Teile diesen Artikel mit deinen Freund*innen
Dir brennt ein Thema auf der Seele? Wir kümmern uns!
Bei Kolumna wollen wir uns um die Themen kümmern, die dir wichtig sind. Schicke uns deine Anregungen oder Recherche-Hinweise über unseren Briefkasten, den wir extra dafür eingerichtet haben.
Toni Neumann im „Villino“ und Julian Karr im „Karrisma“ freuen sich auch dieses Jahr über einen Michelin-Stern. Was die beiden Spitzenköche verbindet – und warum Karr seinen ersten Stern eigentlich gar nicht wollte.
Seit hundert Jahren gehört die Villa Toskana der Stadt Lindau. Zum Tag des offenen Denkmals öffnete sie ihre Türen – und zeigte, dass hinter den Mauern nicht nur Verwaltungsgeschichte steckt. Für den Erhalt der Villa will die Stadt viel Geld investieren.
Vor 50 Jahren verschwanden die Autos aus der Maximilianstraße – das gefiel nicht jedem. Heute wird längst über den nächsten Schritt diskutiert.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Jotform. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.